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Präsentationen gehören heute in vielen Berufen zum Arbeitsalltag. Das Beherrschen von PowerPoint und modernen Präsentationstechniken wird fast überall vorausgesetzt. Fehlende Kenntnisse können Karriere und Geschäftserfolg schnell negativ beeinflussen. Präsentationstrainings erweitern die eigenen Fähigkeiten zu Präsentieren erheblich und bringen die nötige Sicherheit, um kleine Pannen souverän zu meistern. 

Vielleicht haben Sie das auch schon erlebt: Sie besuchen einen Vortrag, weil Sie das Thema sehr interessiert. Später, auf dem Nachhauseweg, fühlen Sie sich aber enttäuscht, vielleicht sogar ein wenig verärgert. Der Vortrag war irgendwie nicht gut. Aber warum? Die Folien waren eigentlich professionell gestaltet; sie enthielten auch viele Infos. Trotzdem fing das Publikum schon nach den ersten fünf Minuten an unruhig zu werden. Manche blickten verstohlen auf die Uhr oder tuschelten mit dem Nachbarn. Sie selbst haben vielleicht auch nur noch mit halbem Ohr zugehört, obwohl Sie doch extra wegen des Themas hergekommen waren. Warum? Der Grund war der Referent, der zu keinem Zeitpunkt des Vortrages sein Publikum fesseln konnte. Er hat aus einem spannenden Thema einen langweiligen Vortrag gemacht. So etwas passiert sehr viel häufiger, als man glaubt: Ein schlechter Präsentator ruiniert selbst die beste Präsentation.

Fehler beim Präsentieren verderben den Gesamteindruck

Beim Präsentieren können sich gravierende Fehler durch mangelnde Praxis, altmodische Techniken oder schlicht durch Unwissenheit einstellen, die eigentlich leicht zu vermeiden wären. Auch kleine Schnitzer können den Gesamteindruck schnell verderben und die Arbeit von vielen Tagen weitgehend zunichtemachen. Beim Präsentieren kann man nicht schummeln. Das Erstellen der Folien können Sie an Profis delegieren. Aber wenn Sie präsentieren müssen, stehen Sie im Rampenlicht, wo jeder Fehler schnell entdeckt wird.  Aus diesem Grund sollten Personen, die öfters Präsentationen halten müssen, ein Präsentationstraining absolvieren.

Präsentationen bestehen aus zwei wesentlichen Komponenten

Erfolgreiche Präsentationen haben immer zwei Komponenten: Wirklich gute  und didaktisch auf den Punkt gestaltete Folien und ein Referent, der es versteht, einen überzeugenden Vortrag zu halten. Die Präsentationen können mit Hilfe einer Agentur zur Bestform gestaltet werden. Viele Unternehmen nutzen auch diese Hilfestellung, vergessen dabei aber völlig die zweite Komponente. Der Referent bleibt auf sich selbst gestellt. Doch gerade hier sollte externe Hilfe in Anspruch genommen werden. Suchen Sie besser nach einem professionellen Anbieter für Präsentationtrainings, wenn Sie ein zufriedenes Publikum wollen.

Wer profitiert besonders von einem Präsentationstraining?

Grundsätzlich kann jeder an einem  Workshop teilnehmen. Gute Grundkenntnisse in PowerPoint wären allerdings schon wichtig.

Von einem Training profitieren besonders:

  • Unternehmer,
  • Geschäftsführer,
  • Projektleiter,
  • Assistenten,
  • Sekretärinnen,
  • Projektassistenten,
  • Marketingmanager,
  • Consultants.

 

Was gehört zu einem guten Präsentationstraining?  

Gute Anbieter von Präsentationstrainings bieten eine ganzheitliche Unterstützung an, um ein optimales Gesamtergebnis zu erreichen. Teilnehmer können sich in den  Bereichen Dramaturgie, Rhetorik, Storytelling, Körpersprache, Technik, Inszenierung, Präsenz, Outfit und Auftreten weiterbilden.

 Grundsätzlich sollten die Teilnehmer nach dem Training folgende Bereiche der Präsentation kennen und beherrschen:

  • Warming-up. Dabei geht es um die richtige Begrüßung und die erfolgreiche Kontaktaufnahme mit dem Publikum.
  • Hier erfahren die Zuschauer was sie erwartet.
  • Einstieg in das Thema. Hier geht es darum, Spannung aufzubauen und das Publikum neugierig zu machen.
  • Was soll das Publikum wissen? Welche Botschaft soll mit nachhause genommen werden?
  • Zusammenfassung. Die Quintessenz wird nochmals in das Gedächtnis des Publikums gerufen.
  • Call To Action. Die Handlungsaufforderung an das Publikum.
  • Vorbereitung auf die Beantwortung von Fragen
  • Dank und Verabschiedung.

Einzelne Lern-Bausteine als Teil eines ganzheitlichen Trainings.

Sprache Gestik und Mimik eines Speakers müssen eine Einheit bilden. Weitere wichtige Punkte sind das Thema des Vortrages und die Zusammensetzung des Publikums. Passt der Auftritt des Referenten nicht zum Thema oder zum Publikum, führt das schnell zu Irritationen und schlimmsten Falls zur offenen Ablehnung. In einem guten Präsentationstraining wird eingehend mit der Stimme, den Gebärden und der Mimik der Teilnehmer gearbeitet. Wann müssen Sie große Gesten benutzen und wann sind kleinere oder keine Gesten angemessen? Es gibt leider kaum eine Möglichkeit nur einzelne Aspekte zu trainieren, wenn ein wirklich gutes Endergebnis gewünscht ist.

Den richtigen Einstieg trainieren

Ein weiteres Thema ist zum Beispiel der richtige Einstieg in den Vortrag. Wie gewinne ich das Interesse des Publikums, und wie halte ich die Aufmerksamkeit über die gesamte Präsentation aufrecht? Schon in den ersten Minuten des Vortrages fällt der Zuschauer unbewusst die Entscheidung, ob er dem Vortrag weiter folgen möchte, oder ob er innerlich abschaltet. Deshalb muss ein Referent den Einstieg wirklich beherrschen, denn sonst verliert er sein Publikum, bevor er richtig angefangen hat.

Wie wichtig ist storytelling für eine erfolgreiche Präsentation?

Jeder Mensch liebt gute Geschichten. Einer unterhaltsamen Story mit Spannung und Witz können wir uns einfach nicht entziehen. Die Universität von Cambridge hat herausgefunden, dass  sich Inhalte, die mit einer Geschichte verknüpft sind 22 Mal besser im Gehirn abspeichern lassen, als zum Beispiel Listen mit Bulletpoints. Deshalb wird dieses Stilelement immer häufiger bei Präsentationen verwendet. Aber was macht eine gute Geschichte aus, und wie setzt man die Idee zu einer Story um, die dann auch noch zum Präsentationsthema passt? Das ist oft nicht so leicht, bringt aber großen Erfolg beim Publikum, wenn es vorher richtig gelernt wird. Es gibt spezielle Trainings, die Techniken vermitteln, um Menschen mit Geschichten zu überzeugen. Ein guter Trainer vermittelt Ihnen, welche Arten von Geschichten es gibt und wie man sie nutzt, um eine große Wirkung zu erzielen.

Wenn Sie die Emotionen Ihrer Zuschauer wecken und positiv beeinflussen können, haben Sie die besten Chancen Ihren Vortrag zu einem großen Erfolg werden zu lassen.

Ein Präsentationstraining ist für Präsentationsneulinge ein absolutes Muss und auch für „alte Hasen“ eine wichtige Hilfe eingeschlichene Fehler zu beheben und auf dem aktuellen Stand der Präsentationstechnik zu bleiben. Es gibt fast keinen Bereich, der hier nicht erheblich verbessert werden kann.

Für weitere Tipps und Tricks zum Thema PowerPoint und Präsentieren, melden Sie sich hier zum Newsletter an.


Referent und PowerPoint Trainer Matthias GartenDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten als der Experte für multimediales Präsentieren und professionelle PowerPoint-Präsentationen weiß um die Kunst der professionellen Foliengestaltung. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 10.000 professionelle PowerPoint-Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Sie haben alle schon langweiligen Präsentationen gelauscht.

Sich vielleicht hier und da verstohlen ein kleines Schlaf-Sabber-Fädchen weggewischt, auf das Handy geschielt, auf das Wetter vor dem Meetingraum oder sich innerlich ganz weit weg geträumt. Wir kennen alle schnarchige Präsentationen. Ich verrate Ihnen, wie Sie dies bei Ihren eigenen vermeiden.

Warum reden Sie überhaupt?

Das ist die erste und wichtigste Frage, die Sie sich stellen dürfen. Warum halten Sie diese Präsentation? Was ist das Ziel? Was möchten Sie erreichen. Einfach nur zu sagen „Ich soll dem Kunden das eben erklären“ reicht nicht aus. Das führt nur zu einer Power-Point-Folien-Schlacht, die kein Kunde mehr sehen will. Überlegen Sie sich, was Sie wirklich erreichen möchten. Vielleicht ist Ihr Ziel, dass Sie den Kunden vom Produkt begeistern möchten. Oder Sie möchten, dass der Kunde Ihnen vertraut. Beides kann zum selben Ergebnis führen: Der Kunde kauft. Und doch sorgen diese beiden Ziele zu völlig unterschiedlichen Präsentationen.

Sagen Sie sich nie klamm und heimlich „So macht es doch jeder“, sondern lieber „was würde ich wissen wollen, wenn ich der Kunde wäre“?

Weniger ist mehr

Dies gilt bei allem:

@Folien: Entweder gar keine nutzen oder nur welche, die Ihre Aussage verstärken. Wenn Sie von einem Weltuntergang sprechen und dann ein Video abspielen, wo die Welt untergeht, dann werden die dramatischen Bilder sicherlich Ihre Aussage verstärken. Aber einfach nur Texte auf eine Folie schreiben, die Sie eh sagen, verwirrt nur. Ihr Kunde kann nicht beides: Lesen und hinhören. Was soll er also tun? Sie sind der Dirigent. Sie entscheiden. Und falls Sie zum Beispiel möchten, dass der Kunde Ihnen vertraut, dann soll er Ihnen sicherlich lieber lauschen, anstatt selbst zu lesen bzw. bei Ihrem betreuten Vorlesen abzuschalten. Hinterfragen Sie jede einzelne Folie.

@Witze: Nichts ist anstrengender als ein Vortragender, der ständig versucht lustig zu sein. Wenn Ihnen etwas einfällt, ist dies gut. Doch lieber einmal einen richtigen Schenkelklopfer erzielen, als zwölf Mal ein müdes Lächeln. Bleiben Sie echt. Und im echten Leben spielen Sie wahrscheinlich auch keine Witzkanone.

@Zeit: Wenn Ihnen ein Zeitfenster von 15 Minuten gegeben wurde, dann planen Sie nur 10-12 Minuten ein. Die meisten Zuhörer freuen sich, wenn die Präsentation früher aufhört als geplant.

@Inhalt: Konzentrieren Sie sich auf die Kernaussage, warum Sie diese Präsentation halten. Brechen Sie den Inhalt auf ein paar simple Sätze herunter. Und danach können Sie die wieder mit gutem Storytelling und Fallbeispielen aufrüsten. Doch diese Kernaussagen liefern Ihnen den roten Faden. Haben Sie den einmal gefunden, bringt Sie bei der Präsentation nichts so schnell aus dem Konzept.

Ein Eindruck, der haften bleibt

Überlegen Sie sich ganz genau, wie Sie aussteigen möchten. Die meisten bereiten den Mittelteil vor, indem Sie viele bunte Power-Point-Folien erstellen bzw. sich von der Marketingabteilung erstellen lassen. Doch am meisten erinnern sich die Zuhörer an den Anfang und das Ende einer Präsentation. Natürlich sind im Mittelteil die wichtigen Informationen und dennoch bleiben Sie lange nicht so haften, wie Einstieg und Ausstieg.

Wenn Sie also Ihren roten Faden gefunden haben, dann überlegen Sie genau, wie Sie daraus einen Einstieg basteln können und was für einen passenden Ausstieg Sie dazu finden. Damit eine Präsentation rund klingt, wäre es schlau, dass Sie am Ende den Anfang noch einmal aufgreifen und weiter führen. Sie entscheiden mit welchem Gefühl, mit welchem Bild die Menschen raus gehen. Das soll bitte nicht „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ sein. Und auch nicht die obligatorische Fragerunde. Wenn Sie bei einem Meeting nämlich kritische Kunden sitzen haben, dann bleiben genau diese skeptischen Bilder als letzter Eindruck haften, ganz gleich wie gut Sie gekontert haben.

Sagen Sie lieber: „Bevor ich zum Ende meiner Präsentation komme … haben Sie Fragen?“ Wenn dann keine Fragen mehr kommen, dann bringen Sie noch einmal Ihr Fazit, die Erfolgsgeschichte oder was auch immer Sie gerne als letzten Eindruck hinterlassen möchten.

Inhalte, die nicht vergessen werden

Jeder Mensch merkt sich Dinge wie selbstverständlich, wenn er diese trocknen Inhalte mit einer Emotion verknüpfen konnte. Deswegen wird gerne mit Humor gearbeitet. Wenn die Menschen herzlich über eine Geschichte lachen, merken sie sich die Inhalte leichter. Deswegen ist es auch wichtig, dass Sie bildhaft sprechen oder meinetwegen auch Bilder auf Power-Point-Folien verwenden, die starke Emotionen auslösen. Schauen Sie sich selbst das Bild an und fragen Sie sich: Berührt es mich?

Und vergessen Sie bitte nicht die bildhafte Sprache. Gerade letztens habe ich einen Vortrag über Innovation gehört. Jetzt lehnen Sie sich mal zurück, denken Sie „Innovation“ und verraten Sie mir, ob Sie innerhalb von Sekundenbruchteilen ein Bild im Kopf hatten. Nein. Natürlich nicht. Würde ich „Hund“ sagen, hätten Sie sofort ein Bild im Kopf. Nun wollen Sie sicherlich nicht über Hunde reden, doch überlegen Sie sich bei Ihren Kernaussagen, dem roten Faden und dem Abschluss, ob Sie auch wirklich bildhaft sprechen. Denn Bilder erzeugen Emotionen und dadurch merken sich die Zuhörer die Inhalte.

„Interne Kommunikation“ erzeugt zum Beispiel im ersten Schritt kein Bild. Wenn Sie aber darüber reden, dass die Empfangsdame genauso Bescheid wissen soll über die Philosophie des Unternehmens wie die oberste Vorstandsetage, dann erzeugen Sie damit eher ein Bild.

Was ist neu?

Blubbern Sie nicht alles runter, was offiziell erwähnt werden soll. Zum Beispiel bei der Unternehmensvorstellung. Erzählen Sie lieber nur das, was neu ist. Einiges was der Kunde noch nicht weiß. Falls Sie ein schönes Mobiltelefon besitzen und sich für das Nachfolgemodell interessieren, möchten Sie doch auch nur erfahren, was die Neuauflage kann. Sie möchten keine generelle Einführung in dieses Handy, welches Sie schon tagtäglich nutzen.

Wenn Sie dies alles berücksichtigen, dann werden Sie bestimmt eine gute Präsentation abliefern. Schöne Beispiele von vielen guten Vorträgen finden Sie übrigens, wenn Sie im Internet bei TED vorbei schauen. Nicht jeder Vortrag ist herausragend, aber die meisten sind es. Dort können Sie sich viele Ideen für Ihre eigene Vortragsweise holen.

Doch vergessen Sie dabei nicht das Wichtigste: Es sollte zu Ihnen passen. Wenn Sie andere nachahmen und dadurch eine Rolle spielen, haben Sie wahrscheinlich schon verloren. Denn Sie sind kein Schauspieler und wollen dies auch nicht sein. Bleiben Sie echt. Bleiben Sie sich treu. Haben Sie Spaß.


Portraitfoto von Gastautorin Isabel Garcia

Foto: @JuliaGrudda

Isabel García ist Rednerin. Mit ihrem Motto „Gut reden kann jeder“ zeigt sie jedermann, wie er sofort besser wirken kann. Sie wirft den Ballast vieler Rhetorikregeln über Bord, ermutigt, den eigenen Weg zu finden, und sorgt so für charmante Meetings, aufregende Präsentationen und kurzweilige Vorträge in deutschen Firmen. Sie ist mehrfache Bestsellerautorin mit einer Gesamtauflage von über 110.000 Exemplaren.

Weitere Infos auf www.ichrede.de

Was haben viele Fernsehserien oder Spielfilmreihen wir Krieg der Sterne mit Ihrer Präsentation zu tun? Einzelne Folgen enden oft mit einer packenden Szene, die den Zuschauer auf die Fortsetzung neugierig machen soll. Wie wird es mit der Geschichte weitergehen? Dieses Stilelement nennt man Cliffhanger, weil der Zuschauer in einer Art Schwebezustand der Neugier gehalten wird. Diese Technik können Sie sich für Ihre Präsentation auch zunutze machen. Neben überzeugenden Fakten ist das Erzeugen von Emotionen ein wirksames Mittel, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen.

Bauen Sie also in Ihre nächste Firmenpräsentation einen Cliffhanger ein und halten Sie Ihr Publikum unter Spannung. Wann hören Ihnen Ihre Zuschauer bei einer Präsentation konzentriert zu? Natürlich wenn Sie interessante Informationen präsentieren. Wenn Sie diese Infos spannend vermitteln, hört Ihr Publikum durchgehend konzentriert zu, weil Spannung automatisch Aufmerksamkeit erzeugt.

Cliffhanger in der Einleitung

In dieser Variante werden Storytelling und Cliffhanger miteinander verbunden. Sie können Ihre Präsentation mit einer Geschichte beginnen, die einen direkten Bezug zu Ihrem Präsentationsthema hat. Sie erzählen die Geschichte jedoch nicht bis zum Ende. Kurz bevor die Geschichte ihren Höhepunkt erreicht, stoppen Sie Ihre Erzählung mit dem Hinweis, dass Sie am Ende der Präsentation schildern werden, wie die Geschichte endet. Die Neugier des Publikums ist geweckt, und sie werden nun aufmerksamer Ihrem Vortrag folgen.

Neuigkeiten-Cliffhanger

Gibt es Neuigkeiten, die Sie Ihrem Publikum während Ihrer Präsentation mitteilen wollen? Dann könnten Sie diese „News“ ein wenig aufteilen. Einige Neuigkeiten erläutern Sie schon zu Beginn Ihres Vortrages; die wichtigste Neuigkeit behalten Sie für den Schluss zurück. Sie erzählen also zunächst, was sich zum Beispiel in Ihrem Unternehmen in letzter Zeit getan hat, dass es aber noch eine richtige Überraschung zu verkünden gibt. Was das nun ist, werden Sie erst am Ende der Veranstaltung mitteilen. Eine weitere Variante wäre zum Beispiel: „Wir haben in diesem Jahr eine sensationelle Umsatzsteigerung erzielt. Wie hoch sie genau ausfällt, verrate ich Ihnen am Ende meines Vortrages.“

Problem-Lösung-Cliffhanger

Sie beginnen Ihren Vortag mit einer Problembeschreibung, die mit Ihrem Thema zu tun hat. Dann erklären Sie, dass Sie heute die Lösung für alle genannten Probleme präsentieren werden. Versprechen Sie, dass am Ende der Präsentation jeder Teilnehmer wissen wird, wie die Lösung aussieht.

Sprechpausen als Mini-Cliffhanger

Den Mini-Cliffhanger kennen Sie aus unzähligen Quizshows. Wenn Günther Jauch bei „Wer wird Millionär?“ auflöst, ob die Antwort des Quizkandidaten richtig ist, oder ob er alles verspielt hat, macht der Quizmaster gerne Kunstpausen, um die Spannung zu erhöhen. Diese Technik können Sie genauso nutzen, um die Bedeutung einer Aussage zu unterstreichen und Spannung aufzubauen. Zum Beispiel: „Wir konnten unsere Verkaufszahlen auch in diesem Jahr erhöhen … und zwar … um sensationelle … 30 Prozent.“  Diese Technik der Mini-Cliffhanger sollten Sie jedoch wohldosiert einsetzen, sonst glaubt Ihr Publikum noch, Sie hätten ein Sprachproblem. Um die Bedeutung bestimmter Aussagen zu unterstreichen, sind Mini-Cliffhanger ein sehr effektives Stilmittel.

Cliffhanger vor dem Beginn des Vortrags

Vielleicht haben Sie es auch schon erlebt, dass Referenten schon mit Ihrem Vortrag beginnen, während sie noch auf dem Weg zur Bühne sind. Damit verpufft in der Regel alles was in dieser Zeitspanne gesagt wird. Der Gegenentwurf wäre hier der Cliffhanger, bevor Sie noch ein einziges Wort gesagt haben. Sie gehen auf die Bühne, und bevor Sie mit Ihrer Begrüßung beginnen, blicken Sie einen Moment schweigend auf Ihr Publikum. Die Zuschauer haben in diesem kurzen Augenblick die Gelegenheit sich auf die neue Person, die nun auf der Bühne steht, zu konzentrieren. Erst nach einem kurzen Moment der Ruhe beginnen Sie mit Ihrer Präsentation.

Der Cliffhanger kann immer genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Überlegen Sie sich schon beim Erstellen Ihrer PowerPoint-Präsentation, wo diese Technik sinnvoll eigensetzt werden könnte.


Portrait von Trainer Matthias Garten - Experte für Präsentationen und PowerPointDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint-Trainings und Präsentationsschulungen inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Mittlerweile spricht es sich immer mehr herum, dass moderne und erfolgreiche Kommunikation ohne gute Geschichten nicht auskommt. Auch bei PowerPoint-Präsentation wird dieses Stilelement immer häufiger verwendet. Aber was macht eine gute Geschichte aus, und wie setzt man die Idee zu einer Geschichte professionell an? Das verrate ich Ihnen im vorliegenden Blogbeitrag.

Man liest immer häufiger vom Nutzen des Storytelling, auch wir haben schon darüber geschrieben. Ich erlebe das auch bei Vorträgen mit steigender Tendenz. Immer mehr Redner wollen durch interessante Geschichten beim Publikum punkten. Doch leider klappt das längst nicht immer so wie erhofft. Nicht selten kommt die Geschichte, die um die Präsentation herum gewoben werden soll, bei den Zuschauern nicht an. Anstatt dem Presenter gebannt zu folgen, fangen sie an mit dem Nachbarn zu tuscheln oder mit ihrem Handy zu spielen. Selbst wenn der Redner rhetorisch durchaus begabt ist, kann das Storytelling trotzdem daneben gehen. Einige Tipps sollten Sie beachten.

1. Legen Sie keine Faktensammlung an, sondern konzentrieren Sie sich auf die Story!

Es geht nicht darum, möglichst viele Informationen in eine Geschichte hinein zu basteln. Viele Referenten wollen oft so viele Infos wie möglich unterbringen. Das geht fast automatisch zulasten der Story. Legen Sie Wert darauf bei Ihrem Publikum Emotionen zu erzeugen. Es ist besser, Sie können Ihrem Publikum drei wichtige Informationen durch eine spannende Geschichte „verkaufen“, als zwölf Fakten unterzubringen, die aber Ihre Geschichte so öde macht, dass niemand zuhört. Überlegen Sie ganz genau, welche Emotionen Sie bei Ihrem Auditorium auslösen wollen. Welches Gefühl wäre hilfreich für den Erfolg Ihrer Präsentation?

2. Binden Sie das Publikum in die Geschichte ein!

Ihre Zuhörer werden von Ihrer Geschichte eher gepackt sein, wenn sie sich in die Handlung gut hineinversetzen können. Die Story sollte also nicht primär das Ziel verfolgen, Sie oder Ihr Produkt gut aussehen zu lassen. Stellen Sie Ihr Publikum in den Fokus Ihrer Überlegungen. Wenn sich die Menschen, die Ihnen zuhören, mit der Geschichte identifizieren können, haben Sie gute Chancen, dass sie sich auch mit der Botschaft der Story identifizieren.

3. Bauen Sie Ihre Story professionell auf!

Gute Geschichten ähneln sich in ihrer Struktur und das seit mehreren Tausend Jahren Menschheitsgeschichte. Die Protagonisten (Held, Heldin, oder Gruppe) werden zunächst vorgestellt. Sie müssen dann Abenteuer bestehen und können am Ende der Geschichte einen Erfolg (das kann auch nur ein Erkenntnisgewinn sein) für sich verbuchen. Auch für die Story in Ihrer Präsentation brauchen Sie einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss.

Der Anfang

Hier führen Sie das Publikum sozusagen in das Stück ein und erklären, um was es in Ihrer Geschichte überhaupt geht. Die Situation der handelnden Figuren ist hier noch entspannt und unter Kontrolle.

Der Mittelteil

Hier passiert das Unerwartete. Unsere Helden werden mit einem Problem konfrontiert. Um es zu lösen, müssen sie handeln. Hier zeigen Sie, welche Handlungen notwendig sind, um zu einer Lösung zu gelangen.

Der Schlussteil

Die Helden haben gesiegt. Auf sie wartet eine positiv veränderte Welt. Wenn Sie die Geschichte richtig erzählt haben, identifiziert sich Ihr Publikum mit der Erzählung und möchte für sich ebenfalls diese positiven Veränderungen in seinem Leben.

So simpel dieses Schema auch erscheinen mag, im Grunde funktionieren fast alle Hollywood-Blockbuster nach dieser einfachen Formel. Wenn Sie etwas Energie in die Entwicklung Ihrer Geschichte investieren, können Sie eine Story in Ihre Präsentation einbinden, die das Publikum wirklich emotional dorthin führt, wo Sie es gerne hätten.


Portrait von Trainer Matthias Garten - Experte für Präsentationen und PowerPointDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint-Trainings und Präsentationsschulungen inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Wenn es Ihnen gelingt, Ihren PowerPoint-Vortrag in eine gute Geschichte einzubetten, können Sie den Erfolg Ihrer Präsentation deutlich steigern. Neuropsychologen bestätigen, dass unser Gehirn Botschaften, die in eine gut erzählte Geschichte eingebettet sind, besonders gut aufnehmen. Wie Sie mit der Methode Storytelling für Ihre eigenen Präsentationen richtig verfahren, erläutere ich Ihnen in diesem Blogartikel.

Gut erzählte Geschichte als Hinführung

Wann immer wir eine gut erzählte Geschichte hören, gleichen wir unterbewusst diese Story mit den eigenen Erfahrungen ab. Je besser die Geschichte erzählt wird, desto leichter fällt es, sich in die Handlung hineinzuversetzen. Haben wir das auch schon mal erlebt? Können wir innerlich dazu nicken, weil wir genau so eine Situation auch schon erlebt haben? Oder hören wir ganz neue Dinge, die wir aus eigener Erfahrung nicht kennen? Unser Gehirn hat Spaß daran, sich gedanklich mit spannenden Situationen zu beschäftigen. Nach dem eigenen persönlichen Erleben ist so eine Geschichte, in die man sich mehr oder weniger intensiv hineinversetzen kann, für unser Gehirn eine ebenfalls gute Möglichkeit, etwas zu erfahren. Wir lassen uns gewissermaßen gerne „entführen“.

Beispiel für eine gut erzählte Geschichte

Wie können wir diese Neigung unseres Gehirns für unsere Präsentationen nutzen? Bei einer normalen Präsentation liegt der Fokus in erster Linie auf der Vermittlung von Fakten. Mit Storytelling können wir diese Fakten mit Emotionen anreichern. Stellen Sie sich vor, Sie sollen ein alkoholfreies Bier vor einer Gruppe potenzieller Käufer präsentieren. In Ihrem Foliensatz werden Sie vielleicht Informationen über die hochmodernen Produktionsanlagen bereithalten. Sie weisen eventuell auf die erstklassigen Zutaten hin und auf die hohe fachliche Qualität der Braumeister. Damit sprechen Sie bisher nur den Verstand, die Ratio Ihrer Zuschauer an. Aber Bier, ob nun mit Alkohol oder ohne, hat immer auch etwas Genuss zu tun. Genuss gehört zu den Emotionen. Also könnten Sie mit einer guten Story zusätzlich Emotionen erzeugen.

Sie könnten eine Geschichte darüber erzählen, wie Sie selbst zum ersten Mal mit dem alkoholfreien Bier in Kontakt kamen. Es war ein sehr heißer Tag. Sie waren schon einige Stunden mit dem Leihwagen unterwegs und die Klimaanlage war defekt. Schließlich haben Sie es nicht mehr ausgehalten und den nächsten Kiosk angesteuert. Sie brauchten unbedingt ein kühles Getränk. Leider gab es nur Limo oder alkoholfreies Bier. Die Limo war Ihnen zu süß, und Sie hatten noch nie erlebt, dass alkoholfreies Bier wirklich geschmeckt hat. Aber was für eine Überraschung! Das schmeckt wie richtiges Bier. Aber es war ein herrliches Erlebnis; und Sie haben sich am nächsten Tag einen ganzen Kasten gekauft. Seit diesem Tag trinken Sie eigentlich nichts anderes mehr a…

Ich wette mit Ihnen, dass Ihr Publikum jetzt neugierig auf dieses Bier geworden ist, wenn Sie die Geschichte gut erzählt haben. Das ist der Trick. Mit einer überzeugenden Geschichte können Sie die Emotionen bei Ihren Zuschauern wecken, die Sie für eine überzeugende Präsentation brauchen können. Egal ob es sich um Neugier, Empörung, Sehnsucht, Freude, Begehren, Furcht oder ein anderes Gefühl handeln soll.

Wenn Sie Ihre Präsentation mit einer guten Geschichte verweben, können Sie nicht nur nüchterne Fakten vermitteln, sondern Sie nehmen das Publikum mit auf eine persönliche Fantasiereise. Damit haben Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Publikums. Die Geschichte können Sie vor der eigentlichen Präsentation, sozusagen als Einführung, erzählen. Wirkungsvoller ist die Einbettung der gesamten Präsentation in eine interessante Story. Wir sind alle für eine gut erzählte Geschichte empfänglich, deshalb ist dieses Instrument auch bei allen Zielgruppen erfolgreich einsetzbar.


Portrait von Trainer Matthias Garten - Experte für Präsentationen und PowerPointDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint-Trainings und Präsentationsschulungen inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

„Ich liebe Störungen“ oder „Störungen – Ja bitte!“

Fast jeder, der mit einer Rede, einem Vortrag oder einer Präsentation auftritt, hat Angst vor Störungen. Doch jede Unterbrechung des geplanten Verlaufes birgt auch immer die Chance für Interaktionen mit dem Publikum und damit gleichzeitig eine charmante Möglichkeit zur Individualisierung des eigenen Auftrittes.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit provozierten und unprovozierten Reaktionen und möchte Ihnen zeigen, wie man Störungen willkommen heißt, da sich aus ihnen oft eine sehr individuelle Situation improvisieren lässt. Die Techniken, die ich als Moderator und Keynotespeaker auf der Bühne anwende, werden anhand von Anekdoten erklärt und mit Hilfe verschiedener Tipps trainiert. Am Ende stehen einfach anwendbare Lösungsblöcke, die Sie auf Präsentations- oder Verkaufssituationen anpassen können.

Total spontan – Ich liebe Störungen

Ich stehe auf der Bühne. Alles ist perfekt vorbereitet und das Publikum hängt an meinen Lippen. Ich bin witzig, charmant und auch ein bisschen sexy. Meine Powerpointpräsentation funktioniert und die Zuschauer lachen an den richtigen Stellen. Doch dann passiert es auf einmal: eine Störung, ein Zwischenfall, mit dem niemand rechnen konnte. Einer meiner Zuhörer reagiert nicht so, wie in meinem Kopf vorgesehen. Er wirft meinen Plan über den Haufen und versucht mich, den Präsentationsgott aus dem Konzept zu bringen. Er stellt eine Zwischenfrage, kommt zu spät, geht zu früh, telefoniert, redet mit seinem Nachbarn, knutscht oder benimmt sich einfach nicht so, wie er soll. Das ist ein Gau, ein Supergau, ein Gau-Gau, wie man in der Speaker-Szene zu sagen pflegt.

Ich liebe Störungen oder Unterbrechungen! Für mich sind genau sie das Salz in der Suppe einer guten Präsentation. Denn sie eröffnen mir ungeahnte Möglichkeiten zur Interaktion mit meinem Publikum.

Stellt sich nur die Frage, wie ich aus dieser Situation jetzt wieder herauskomme. Alle im Raum schauen mich an. Sie erwarten einen guten Konter, einen Satz, der sitzt und danach herrscht Ruhe im Karton.

Echte Störung oder nur Nebensache?

Die erste Frage, die ich mir bei jeder “vermeintlichen” Störung stelle, ist immer: Handelt es sich um eine echte Störung oder stört sie nur mich? Denn 95 % aller Störungen sind keine bühnenrelevanten Beeinträchtigungen. Oft bekommt das Publikum überhaupt nichts davon mit.

Ich habe einmal ein Event für einen großen Energieanbieter moderiert. Ungefähr 1000 Gäste saßen im Publikum und meine Auftaktmoderation dauerte circa 45 Minuten. Es lief gut. Die Stimmung war gelöst. Ich hatte den Laden im Griff, wie man so schön sagt.

Nur ganz vorne links quatschten unaufhörlich zwei Männer miteinander – von meiner Anmoderation bis zu meiner ersten Pause. Ich hatte sie immer aus dem Augenwinkel im Blick, schaute sie aber nie direkt an. Die Situation nervte mich kolossal und ich musste große Teile meines Moderationsarbeitsspeichers darauf verwenden, die beiden Herren zu ignorieren. Keinen der anderen 1000 Gäste im Raum schienen sie aber zu stören.

Während ich weiter moderierte, ging ich in meinem Kopf alle möglichen Optionen durch, um diese Störung für mich zielorientiert zu lösen. Spreche ich die Situation direkt an? Schaue ich die beiden an, gebe ihnen einen Fokus und schweige? Kommentiere ich die Situation? Ignoriere ich die Störung einfach? Da die beiden niemanden außer mir zu stören schienen, entschied ich mich für die letzte Option. Ich ignorierte sie bis zu meiner ersten längeren Unterbrechung.

In dieser Pause stürmte ich genervt in den Backstage-Bereich und traf meine damalige Produktionsleiterin, die mich freudestrahlend empfing und meinte: „Läuft doch super bis jetzt”. Ich guckte Sie mit großen Augen an und berichtete leicht angestrengt von den zwei Störern aus der ersten Reihe. Meine Produktionsleiterin blickte mich nur an und sagte: „Oh Ralf, das tut mir leid. Wir haben vergessen, dir zu sagen, dass der Geschäftsführer aus England mit seinem Dolmetscher in der ersten Reihe sitzt. Er übersetzt einfach nur alles, was du sagst.“. Die vermeintliche Störung löste sich also sofort in Luft auf und ich konnte die Moderation entspannt fortsetzen. Meine Moderationsfestplatte war wieder frei für echte Störungen.

Dieses Erlebnis wurde für mich zu einem Schlüsselerlebnis in Bezug auf Störungen. Denn seither stelle ich mir zunächst die Frage, ob diese Störung nur mich stört. Wenn es dem Publikum gar nicht auffällt, dass jemand zu spät kommt oder kurz mit seinem Nachbarn redet, dann hat es mich auch nicht zu stören. Dann registriere ich die Ablenkung zwar, ignoriere sie aber.

Analyse einer Störung

Ich verwende vier verschiedene Methoden, um auf eine Störung zu reagieren. Bei zweien reagieren Sie passiv und bei den anderen beiden gehen Sie in die aktive Reaktion. Starten wir zunächst mit den passiven Methoden.

1. Ignorieren der Störung

Ich habe Ihnen bereits ein Bespiel für das Ignorieren genannt. Die wichtigste Regel beim Ignorieren lautet: Stört das Ereignis nur mich, dann ignorieren, stört es auch andere, dann reagieren.

2. Anerkennen der Störung

Gehen wir einmal von dem Fall aus, dass Gäste zur Ihrer Präsentation zu spät kommen oder früher gehen müssen. Dann sollten Sie diese Störung tolerieren. Tolerieren bedeutet hier: Ich finde diese Störung zwar nicht toll, das steckt ja bereits im Wort, rege mich aber auch nicht darüber auf. Ich kommentiere sie regungslos.

Einen Fall einer offensichtlichen Störung habe ich einmal bei einer Moderation für eine große IT-Firma erlebt. Der amerikanische CEO hielt gerade eine Rede vor über 700 Kunden, als auf einmal im kompletten Saal das Licht anging. Der CEO machte ungerührt weiter. Als nach einer Minute immer noch die ganze Location hell erleuchtet war, kommentierte er das folgendermaßen: “Is someone leaning at the switch panel?”, sinngemäß übersetzt: „Lehnt jemand an den Lichtschaltern?“ Das Ergebnis: großes Gelächter im ganzen Saal. Was hatte der schlagfertige amerikanische CEO gemacht? Er tolerierte die Situation und kommentierte, ohne jemanden dabei persönlich anzugreifen.

Kommen wir nun zu den aktiven Störungen, auf die ich reagieren kann oder möchte. Es gibt Störungen, die unmöglich zu ignorieren sind, oder Störungen, die perfekt ins Programm passen, die man integriert oder bei denen man in die Konfrontation geht. Wieder gibt es zwei Möglichkeiten: Integrieren oder Konfrontieren.

3. Einbinden der Störung

Wichtig vorab: Ich halte das Verbinden oder Integrieren gegenüber dem Konfrontieren für die deutlich bessere Variante. In die Konfrontation würde ich nur bei einer massiven negativen Störung gehen. Dazu ein paar Tipps aus der Sicht eines TV-Warm-Uppers und Comedian.

Zwischen 2003 und 2008 habe ich so genannte Warm-ups für das Fernsehen gemacht. Meine Aufgabe als Warm-Upper war es zum einen, die Studiogäste auf Betriebstemperatur zu bringen, und zum anderen, bei Zwischenfällen und technischen Pannen – es gab viele Zwischenfälle und technische Pannen – weiterhin für gute Stimmung zu sorgen. Ich hatte immer ein klares Konzept, doch es kam jedes Mal anders. Bei meiner Reaktion hielt ich mich dabei immer an den Satz der Psychologin Ruth Cohn: „Jeder Plan muss falsch sein, da nie alle Faktoren bekannt sein können.“

Genauso kann es uns ergehen, wenn wir präsentieren, Vorträge halten oder auf der Bühne stehen. Wir malen uns aus, wie es klappen könnte. Wir planen. Aber es läuft manchmal eben doch anders. Für so einen Fall habe ich Ihnen ein paar Grundregeln oder Erfahrungen aus meiner Zeit als Warm-Upper aufgeschrieben.

Bei Sendungen, die aufgezeichnet wurden, gab es oft Abbrüche, d. h. die Sendung wurde aus verschiedenen Gründen gestoppt. In so einem Augenblick verließen meist der Moderator und die Gäste das Aufnahmestudio, die Kameraleute und Techniker stellten ihren Dienst ein und ich musste für das Publikum überbrücken. Oft wusste ich nicht, wie lange die Unterbrechung dauerte. Das konnten drei oder auch 45 Minuten sein. Meine Aufgabe war es dann, das Publikum bei Laune zu halten, die vermeintliche Störung zu erklären und mögliche negative Stimmungen aufzufangen.

Erinnern Sie sich an den Torfall von Madrid? 1998 beim Champions League Spiel zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund fiel eine Minute vor Anpfiff ein Tor um. Marcel Reif und Günther Jauch waren die Kommentatoren der Übertragung und mussten, ähnlich wie beim Warm-up, einen unbestimmten Zeitraum überbrücken. Der unbestimmte Zeitraum dauerte am Ende 76 Minuten. Marcel Reif stellte später in einem Interview fest: „Günther Jauch rettete mich vor dem medialen Selbstmord.“ Später war es ein Abend voller Anarchie. Denn normalerweise sind Champions League Spiele genauso perfekt durchgeplant wie Ihre Präsentationen.

Der innere Monolog

Hier ein paar Tipps, um Sie vor dem medialen Selbstmord oder dem Freitod auf der Bühne zu retten. Schließlich haben Sie eher selten bei Präsentationen einen so schlagfertigen Kollegen wie Günther Jauch an Ihrer Seite.

Der innere Monolog ist eine Grundtechnik, mit der ich immer gearbeitet habe. Ich beschrieb genau, was im Augenblick geschieht. Wenn zum Beispiel eine durchgebrannte Studiolampe repariert werden musste, begann ich, einen inneren Monolog über die Situation zu führen, inklusive eines Stimmungsbilds. Natürlich hielt ich diesen Monolog laut, so als ob ich Selbstgespräche führte. Ich beschrieb alles genau, wie bei einem Gemälde. Wie die Techniker kommen und sich fühlen, wie sich die durchgebrannte Lampe jetzt fühlt …  Dabei ließ ich mich von meinen Gefühlen in dieser konkreten Situation und von meinen Assoziationen treiben. Meistens kam es dann ziemlich schnell zu Lachern im Publikum. Mit diesen Reaktionen konnte ich dann sofort weiterarbeiten.

Für die Bühne, für Ihre Präsentationssituation, wenn zum Beispiel der Beamer ausfällt, ist mein Tipp: Betrachten Sie sich aus der Vogelperspektive und beschreiben Sie die Situation, wie sie sich gerade fühlen. Sie sind jetzt der Loser. Alles so toll geplant und dann funktioniert der Beamer nicht. Versetzen Sie sich in die Rolle eines Zuschauers und wenn Sie es ganz abgefahren mögen, versetzen Sie sich in die Rolle des Beamers. Fragen Sie sich, wie geht es dem Beamer wohl gerade? „Ich kann die Lampe verstehen, dass sie ihren Geist aufgibt. So toll ist meine Präsentation wirklich nicht …“ Beschreiben Sie die Störung aus Ihrer Perspektive. Das nennt sich Perspektivwechsel und bringt viel Lachen und Spaß in Ihre Präsentation. Und die Zuschauer merken, wie spontan Sie sind.

→ Der Tipp des Warm-uppers heißt also: Integrieren Sie die Störung mit Hilfe eines inneren Monologs.

Storytelling

Impro-Spieler können alles, außer Text lernen. Deshalb gehen sie folgendermaßen mit Störungen um: Es gibt eine Übung, die ich manchmal bei Storytelling-Workshops mit meinen Teilnehmern mache. Sie stehen vorne am Bühnenrand und bewegen sich, während sie eine improvisierte Geschichte erzählen, nach hinten. Auf dem Boden liegen verschiedene Gegenstände. Die Aufgabe lautet, die auf dem Boden liegende Gegenstände in die Geschichte zu integrieren. Wenn ich diese Übung erkläre, ist die typische Reaktion: „Das kann ich nicht, improvisieren und dann auch noch unerwartete Begriffe einbauen.“ Sobald meine Teilnehmer es dann ausprobieren, flutscht es und sie ernten viel Applaus und Gelächter im Publikum. Die Leute sind begeistert darüber, wie kreativ die Spieler doch die verschiedenen vorgegebenen Wörter in die Geschichte einbauen.

Ein typischer „Impro-Zwischenfall“ wäre ein aufgedrehtes Publikum, das auch während der Szenen weiterhin Vorschläge dazwischenruft. Ich baue diese Vorschläge sofort in die Szene ein. Wenn das dann doch einmal zu anstrengend wird, dann kommentiere ich mit dem Satz: „Heute höre ich permanent Stimmen in meinem Kopf.“. Die typische Reaktion darauf ist Lachen und danach herrscht meist Ruhe.

→ Der Tipp des Impro-Spielers laute also: Integrieren Sie die Störung, in dem Sie sie aktiv in Ihre Präsentation oder Gesprächsführung einbauen.

Einen letzten Tipp habe ich an dieser Stelle noch für Sie: Probieren Sie einfach alles einmal aus – sagen Sie „Ja bitte“ zu ungewollten Störungen und nutzen diese, um sich Ihrem Kunden individuell und spontan zu präsentieren. Denken Sie dabei an John Lennon, denn  “Life is what happens to you while you are busy making other plans”. Lassen Sie Sie sich nicht von vermeintlichen Störungen aus dem Konzept bringen, sondern machen daraus vielleicht sogar einen charmanten Twist, der Sie bei dem Kunden positiv in Erinnerung bleiben lässt.

Beitragsbild: psdesign1 – stock.adobe.com


Ralf SchmittSeit gut 15 Jahren arbeitet Ralf Schmitt als Moderator, Trainer und Keynote-Speaker. Dabei begeistert er sein Publikum jedes Mal vor allem mit einer ausgewogenen Mischung aus fachlicher Kompetenz und feinem Humor. Die Besonderheit seiner Auftritte liegt in der Interaktion mit dem Publikum – sowohl bei der Keynote als auch bei der Moderation. Da er diese beiden Tätigkeiten auch sehr gerne verbindet, ist er eigentlich ein „KeyMode-Speaker“. In seinen Vorträgen gibt er seinem Publikum ein „Mindset für eine flexible Zukunft“ an die Hand. Denn Flexibilität und Spontaneität liegen dem Bühnenprofi, dessen Wurzeln im Impro-Theater liegen, im Blut. Er ist Geschäftsführer der Impulspiloten GmbH und berät gemeinsam mit seinem Team seine Kunden in Sachen Veranstaltungsdramaturgie und Bühnenprogramm.

Ralf Schmitt ist Autor der Bücher „Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt“ und „ Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner“ und er ist Vorstandsmitglied der German Speakers Association.

www.schmittralf.de | www.impulspiloten.de

Sie haben sich mit Ihrer Präsentation richtig Mühe gegeben, Sie sind alle Slides einzeln durchgegangen, haben sich Notizen gemacht und Ihren Vortrag sogar vor dem Spiegel geübt. Doch als Sie Ihren Vortag öffentlich gehalten haben, war die Reaktion des Publikums eher mäßig. Da tuscheln einige Personen miteinander, andere schauen auf die Uhr oder blättern gelangweilt in ihren Handouts. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass Sie einen oder sogar mehrere Fehler gemacht haben. Ich möchte Ihnen in diesem Blogbeitrag die fünf häufigsten Stolperfallen aufzeigen, die Ihren Zuhörern schnell die Laune verderben, und darüber hinaus Lösungen anbieten.

Fehler 1: Sie langweilen Ihr Publikum schon mit der Überschrift

Das A und O bei erfolgreichen Präsentationen ist das Erschaffen und Aufrechterhalten von Spannung und Aufmerksamkeit. Wenn ich bei einem Vortrag eine positive Erwartungshaltung habe, ist meine Bereitschaft, mich auf den Referenten und sein Thema einzulassen natürlich größer, als wenn ich von vornherein den Verdacht habe, dass mich eine öde Folienschlacht erwartet. Den ersten Hinweis auf Form und Inhalt einer Präsentation gibt der Vortrags-Titel. Wenn schon die Überschrift einer Präsentation zum Gähnen verführt, lässt es Rückschlüsse darauf zu, was mich da wohl erwartet.

Aber das ist nun einmal der erste Eindruck, den ein Besucher Ihres Vortrages bekommt. Sie sollten schon bei der Themenüberschrift das Interesse Ihrer Zuhörer wecken, indem Sie Emotionen herstellen. Das gelingt Ihnen zum Beispiel, wenn Sie Betroffenheit erzeugen. Die Überschrift „Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2017 unter besonderer Berücksichtigung der Exportwirtschaft in Krisenregionen“ klingt sehr trocken und akademisch und wird vermutlich keine Emotionen beim Publikum hervorrufen. Bei dem Titel „Wirtschaft 2017 – Crashgefahr für Deutschland?“ wird sofort etwas angesprochen, das Gefühle auslösen kann: die Gefahr eines Crashs. Das betrifft uns alle, da möchte ich gleich wissen wie groß die Gefahr ist.

Ich bringe Ihnen ein weiteres Beispiel. Zu welchem Vortrag werden wohl mehr Zuhörer kommen: Zu „Neue archäologische Erkenntnisse aus der Analyse der Artefakte aus dem keltischen Gräberfund in Niederbrombach“, oder zu „Die Wahrheit über Asterix und Obelix – Die Welt der Gallier zwischen Kunst und Kriegsführung“? Im ersten Fall erwarte ich zwar durchaus hochwertige Inhalte, aber ich befürchte, dass die Präsentation staubtrocken gestaltet wird.  Bei der Anspielung auf Asterix und Obelix wird signalisiert, dass hier auf unterhaltsame Weise Wissen vermittelt wird. Selbst mit archäologischem Vorwissen würden sich vermutlich mehr Personen für diese Präsentation entscheiden, einfach weil dort sie einen höheren Unterhaltungswert erwarten. Also, selbst wenn Ihr Thema nicht sehr aufregend sein sollte, versuchen Sie trotzdem Emotionen zu erzeugen. Das spricht Ihr Publikum stärker an als die Aufzählung von Fakten.

Fehler 2: Sie erzählen keine Geschichte (Storytelling)

Moderne Präsentations-Software, wie PowerPoint oder Prezi, bietet eine Fülle von Möglichkeiten der Foliengestaltung. Nicht selten verlieren sich Referenten in technischen Effekten und Spielereien, ohne auf die Bedürfnisse des Publikums Rücksicht zu nehmen – ein fataler Fehler. Das erinnert ein wenig an technisch aufwändige Hollywood-Filme, die vor lauter „special effects“ die Handlung und die Schauspieler in den Hintergrund drängen. Diese Filme wirken dann irgendwie steril und außer dem Technik-Bombast bleibt beim Kinobesucher meistens nichts hängen. Aber auch ein 200-Millionen-Budget kann eine schlechte Story und blasse Darsteller nicht durch Computer-Effekte kompensieren. Das Publikum will eine gute Geschichte und Charaktere, mit denen sie sich identifizieren können.

Das ist bei einer guten Präsentation kein bisschen anders. Auch Ihr Publikum ist für eine gute Geschichte dankbar und wird Ihnen bereitwillig folgen, wenn Sie bei Ihrer Präsentation das „storytelling“ beherrschen. Egal wer Ihnen im Zuschauerraum gegenüber sitzt, alle wollen gerne unterhalten und emotional angesprochen werden. Eine professionelle Präsentation ist ein erstklassig gestalteter Foliensatz plus ein guter Geschichtenerzähler, der für die Emotionen und eine Rahmenhandlung sorgt. Sie sollten auch nicht darauf vertrauen, dass Ihre auf 40 Slides zusammengetragenen Fakten gemerkt werden. Damit ist Ihr Publikum überfordert. Eine mitreißende Geschichte bleibt dagegen sehr viel besser in Erinnerung. Wenn es Ihnen gelingt, eine gute Story zu erzählen und dabei wesentliche Fakten Ihrer PowerPoint-Präsentation einzubinden, haben Sie gute Chancen, eine bleibenden positiven Eindruck zu hinterlassen.

Fehler 3: Ihre Präsentation enthält weder Grafiken, Bilder noch Animationen

Das Gegenteil von überbordenden Effekten und technischen Spielereien ist das Verzichten von auflockernden Bildern oder Grafiken. Es gibt immer noch viele Foliensätze, die nur aus Text bestehen. Eine große Zumutung für Ihre Zuschauer. Text lässt sich sehr viel schwerer in unserem Gehirn abspeichern als zum Beispiel Bilder. Besonders fatal wird es für die Aufmerksamkeit Ihres Publikums, wenn es gleichzeitig Ihnen zuhören soll und den Text der Folien lesen muss. Das kann nicht funktionieren. Man wird sich auf entweder Sie oder Ihre Folien konzentrieren. Ihr Auditorium wird gestresst und verliert im schlimmsten Fall ganz das Interesse daran Ihrer Präsentation zu folgen. Bilder lassen sich sehr viel besser vom Gehirn verarbeiten und gleichzeitig kann der Zuschauer Ihren Erläuterungen folgen. Bilder lassen sich zudem optimal mit einer guten Story verbinden, da auch Bilder unser emotionales Empfinden ansprechen.

Fehler 4: Sie überfrachten die Folie mit Logos und Bildern

Bilder in der Präsentation bedeuten aber nicht, dass Sie nun alles mit Bildchen zukleistern. Vor allem die Unsitte, so viele Firmenlogos draufzupacken, wie nur irgendwie geht, ist weitverbreitet. Das verdirbt aber die Lesbarkeit der Folien, verwirrt und strengt Ihr Publikum unnötig an. Eine Folie sollte mit einem kurzen Blick seine Informationen preisgeben. Niemand möchte anfangen zu suchen, wo zwischen Logos, Slogans und Hintergrundbildern die Information zu finden ist.

Fehler 5: Sie bieten betreutes Lesen statt eines lebendigen Vortrags

Ein weitverbreiteter Fehler ist das laute Ablesen des Folientextes statt freier Rede. Das wirkt nicht nur sehr unbeholfen, es unterfordert Ihre Zuschauer, wenn Sie ihnen die Folien vorlesen. Das führt sehr schnell zu Langeweile und einem sehr negativen Urteil über den Referenten. Ich nenne so etwas gerne „betreutes Lesen“ und es ist der sicherste Weg Ihre Präsentation in den Sand zu setzen. Ihr Foliensatz sollte das, was Sie erzählen, unterstreichen und nicht mit Ihrem Vortrag identisch sein. Auch wenn es eine kleine Herausforderung ist, an der freien Rede führt leider kein Weg vorbei, wenn Sie vor Publikum erfolgreich auftreten wollen. Wenn Sie überzeugen wollen, müssen Sie Emotionen erzeugen. Das funktioniert nicht, wenn Sie einen Text ablesen.


Potrait_MG_WosilatDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten als der Experte für multimediales Präsentieren und professionelle PowerPoint-Präsentationen weiß um die Kunst der professionellen Foliengestaltung. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 professionelle PowerPoint-Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Bevor Sie an die Gestaltung Ihrer PowerPoint-Slides gehen, beginnen Sie mit einer klaren Strukturierung des Inhalts. Nur wenn Sie den  Ablauf und Inhalt der Präsentation im Vorfeld genau durchdacht haben, können Sie mit Ihren Folien wirklich überzeugen.

In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen aufzeigen, wie wichtig es ist, von Anfang an einen strukturierten Handlungsablauf vor Augen zu haben. Ich gebe Ihnen sechs Fragen an die Hand, mit denen Sie Ihre Präsentationsstruktur – ganz gleich was für eine Art von Präsentation Sie halten – überprüfen können.

Am Anfang steht eine klare Präsentationsstruktur

Bevor Schriftsteller und Autoren mit einem Roman oder Drehbuch beginnen, legen sie einen „Plot“ fest. Damit ist der inhaltliche Aufbau eines Textes gemeint. Auch zum Beginn einer Präsentation sollten Sie einen genauen Ablaufplan, also die Präsentationsstruktur, erstellen, um festzulegen, welche Informationen Sie zu welchem Zeitpunkt präsentieren wollen. Das wahllose Aneinanderreihen von PowerPoint-Folien bringt leider nur ungenügende Ergebnisse.

Wenn Sie schon die eine oder andere gute Präsentation schon gesehen haben, ist Ihnen vermutlich aufgefallen, dass der Vortragende immer einem logischen Handlungsablauf folgt. Der Vortrag beginnt immer mit einer Einleitung, geht dann über zu den einzelnen Themen, die gewöhnlich in Kapitel gegliedert sind, und endet mit einem Schlussteil. Da unser Gehirn immer nach Strukturen in den erhaltenen Informationen sucht, um sie besser verarbeiten zu können, sollten wir unsere Inhalte so gut wie möglich strukturieren. Eine klare und konkrete Präsentationsstruktur ist aber auch für Sie ein wichtiges Werkzeug, um in der Planungsphase der Präsentation zu erkennen, ob alle wichtigen Informationen berücksichtigt wurden und in der richtigen Reihenfolge platziert sind.

Präsentationsstruktur – Schritt für Schritt zu gelungenen Präsentation

Die Einleitung

Beginnen Sie mit einer Einleitung. Wie wollen Sie die Zuschauer zum Thema hinführen? Eine Möglichkeit wäre, einen kurzen Überblick darüber zu geben, was Ihr Publikum bei Ihrer Präsentation erwarten kann (Thema, Inhalte, Zeitrahmen). Manche Redner legen beim Erstellen ihrer Präsentationsstruktur für den Vortragsbeginn fest, dass sie einen Gegenstand oder ein Bild zeigen mit dem Hinweis, dass sie während des Vortages erläutern werden, was der Gegenstand mit dem Vortagsthema zu tun hat (den Beweis müssen Sie natürlich auch antreten). Andere erzählen eine Geschichte, die mit dem Thema zu tun hat oder zum Thema hinführt. Egal wie die Einleitung gestaltet wird, sie hat den Zweck, die Zuschauer zum Inhalt des Vortrags hinzuführen und neugierig zu machen.

Wir hatten gerade das Erzählen einer Geschichte als Stilmittel erwähnt. Der englische Fachbegriff dazu lautet „Storytelling“ und ist eine wertvolle Technik, um beim Publikum Verständnis, Emotionen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir alle lieben gute Geschichten und können darin verwobene Informationen besser abspeichern.

Der Mittelteil

Nach der Einleitung werden die Inhalte nacheinander vorgestellt. Achten Sie auch hier auf den logischen Aufbau. Ein einfacher Aufbau wäre eine Fragestellung oder eine These, daran anschließend die Aufzählung aller wichtiger Fakten und zum Ende die Schlussfolgerung.

Der Schluss

Genauso wie Sie in der Einleitung die Zuschauer auf die Präsentation vorbereiten, sollten Sie die Schlussbetrachtung dazu nutzen, das Publikum in Ihrem Sinne zu beeinflussen. Fassen Sie beispielsweise die wichtigsten Aussagen nochmals zusammen, erklären Sie, was Ihre Ausführungen bedeuten, und kommunizieren Sie eine konkrete Handlungsaufforderung an Ihre Zuhörer („bitte unterstützen Sie mich weiter …“, „lassen Sie uns nun gemeinsam …“).

Sechs Fragen für eine gelungene Präsentationsstruktur

Sehr wahrscheinlich werden Sie Ihren Folienvortrag aus einem konkreten Grund halten wollen. Sie verfolgen demnach ein klares Ziel. Nur mit einer klaren Strukturierung können Sie die Zielerreichung sinnvoll steuern.

Folgende Fragen sollten Sie sich nach Erstellung Ihrer Präsentationsstruktur stellen:

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Mit der Gestaltung der Folien sollten Sie in jedem Fall erst beginnen, wenn Sie mit der Präsentationsstruktur wirklich zufrieden sind. Dann wissen Sie, wie viele Slides Sie vermutlich benötigen und welche Informationen auf den einzelnen Folien platziert werden muss. Sie können dann in Ruhe das nötige Material zusammensuchen und die Präsentation Schritt für Schritt gestalten. Auf diese Weise vermeiden Sie doppelte Arbeit.


Dipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten als der Experte für multimediales Präsentieren und professionelle PowerPoint-Präsentationen weiß um die Kunst der professionellen Foliengestaltung. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 professionelle PowerPoint-Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Die Geschichte hinter Steve Jobs & Co.

Die Menschen sind fasziniert von einer guten Geschichte, die sich hinter den Fakten verbirgt. Hätte der alte Homer einfach erzählt, dass die Griechen einen Krieg mit Troja geführt haben, würden heute nur ein paar Historiker über die damaligen Ereignisse diskutieren.

Aber Homer erzählte von einer Tragödie aus Liebe, Hass, Heldenmut, List und Untergang. Der Stoff wird auch heute nach fast 3.000 Jahren immer noch gelesen. Oder denken Sie an die aktuellen Verfilmungen über Apple und Facebook. Ging es dabei um die Technik und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben? Nein, es ging um die Menschen dahinter. Wer war dieser Steve Jobs eigentlich? Wie kam Mark Zuckerberg auf die Idee ein soziales Portal zu konzipieren? Das interessiert die Menschen. Nur wie funktioniert das bei der Präsentation eines mittelständischen Schraubenherstellers zum aktuellen Schraubensortiment oder beim Statusbericht einer im Bau befindlichen Kläranlange?

Jeder Stoff kann Spannung versprechen

Auf den ersten Blick scheint es so zu sein, als ob viele Ereignisse einfach keinen Stoff für Geschichten liefern können. Sie scheinen zu banal, zu trocken, zu alltäglich. Vermutlich wird aus einem Spatenstich für den Bau von drei Duplex-Garagen durch die Gemeindeverwaltung  in Niederbrombach kein klassisches Heldenepos, über das die Menschen noch in Jahrhunderten reden. Aber auch hier könnte sich eine gute Geschichte verbergen. Man muss sie nur suchen. Vielleicht stößt man dabei auf einen Bürgermeister, der seine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern sehr ernst nimmt. Vielleicht stößt man dabei sogar auf eine kleine Tragödie über ein Auto, das mangels Parkplätzen ungünstig abgestellt war und einen Unfall verursachte.

So finden Sie Ihre Geschichte!

Die Geschichte hinter einem Produkt oder einer Dienstleistung  ist nicht immer gleich zu sehen. Vielleicht müssen Kunden oder Mitarbeiter befragt werden, um die richtige Story zu finden. Manchmal ist nicht unbedingt das Endprodukt die spannende Geschichte, sondern die Idee dahinter und die Entwicklung. Ein kleines Ersatzteil für den Tank einer Verkehrsmaschine ist zunächst einmal nicht unbedingt spannend. Aber wenn der Entwicklungsingenieur nach der Lösung eines bestimmten Problems gesucht hat, wird es interessant. Wenn er es nach speziellen Gesichtspunkten so entwickelt hat, dass es hilft die Entzündung von Kerosin-Dämpfen zu verhindern, dann rettet das unscheinbare Teil Menschenleben.

Folgende Fragen können Ihnen helfen:

·         Wer hatte die Idee zu unserem Produkt und warum?

·         Welches Problem hatte der Kunde, das wir gelöst haben?

·         Wie ging es dem Kunden, nachdem wir sein Problem gelöst haben?

·         Wer sind unsere Kunden? Was sind das für Menschen, wofür stehen sie?

·         Was sagen die Kunden über uns und unser Produkt?

·         Was wollen wir für unsere Zielgruppe erreichen?

·         Was haben unsere Lösungen vielleicht mit unserer eigenen Geschichte zu tun?

·         Was ist an uns besonders? Was unterscheidet uns von der Konkurrenz?

·         Wem wollen wir unsere Geschichte erzählen und wo?

·         Können wir unsere Geschichte so erzählen, dass unsere Zielgruppe sie auch versteht?

·       Welche Botschaft wollen wir mit unserer Geschichte transportieren (z.B. wir finden immer eine Lösung, wir sind innovativer als unsere Konkurrenz, wir sind die Pioniere auf unserem Gebiet)?

·      Welche Emotion wollen wir mit unserer Geschichte auslösen (z.B. Erstaunen, Begeisterung, Bewunderung)?

Fazit

Wenn Sie Ihre Präsentation mit einer guten Geschichte verbinden, haben Sie die besten Chancen, dass Ihnen Ihr Publikum wirklich zuhört. Sie können das Storytelling zur Einleitung in Ihre Präsentation verwenden. Noch besser ist es, wenn Sie die Geschichte ganz mit Ihrer Präsentation verweben und am Ende Ihres Vortrages auch die Geschichte zu Ende erzählt ist. Selbst wenn Sie mit modernster Präsentationstechnik ein High-Tech-Produkt präsentieren wollen, sollten Sie nie vergessen, dass sich die Menschen in den letzten 10.000 Jahren in vielerlei Hinsicht fast gar nicht verändert haben. Das gilt vor allem für unsere Leidenschaft für gute Geschichten.


Präsentationscoach und Experte für multimediales Präsentieren Matthias GartenDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Storytelling – eine altbewährte Methode

Wenn Sie in Ihrer Präsentation einfach nackte Zahlen und Fakten aufzählen, laufen Sie Gefahr, dass Ihr Publikum irgendwann abschaltet. Gelingt es Ihnen jedoch die Inhalte Ihrer PowerPoint-Präsentation in eine interessante Geschichte einzubetten, haben Sie große Chancen, dass die Zuhörer an Ihren Lippen hängen.Die Kunst, die Geschichte hinter den Fakten zu finden und zu erzählen, nennt man Storytelling.

Menschen lieben gute Geschichten. Das war an den Lagerfeuern der Steinzeit nicht anders als bei den aktuellen Bestseller-Listen der großen Verlage. Und wir wissen alle, was eine gute Geschichte ausmacht. Spätestens wenn wir uns durch einen langweiligen Roman gekämpft oder uns über einen schlechten Spielfilm geärgert haben, ist uns klar, wie es nicht funktioniert. Wenn der Inhalt unglaubwürdig, die Charaktere blass und die Handlung verworren ist, verlieren wir schnell die Lust.

Die Geschichte muss uns emotional fesseln, nachvollziehbar sein und einen Spannungsbogen haben. Obwohl das alles irgendwie klar ist, stellt es doch eine große Herausforderung dar, einen echten Bestseller zu schreiben. Ganz so einfach ist es eben leider nicht. Sollte man sich mit dem Thema Storytelling dann überhaupt weiter beschäftigen oder ist das nur der Job von Schriftstellern, Journalisten und Drehbuchautoren? Braucht man guten Geschichten für eine Präsentation?

Ja. Denn für eine gute Geschichte sprechen so viele Punkte. Gute Geschichten:

* stimulieren weit mehr Gehirnbereiche als reine Fakten
* erwecken mehr Aufmerksamkeit
* regen zum Mitdenken an
* stellen eine emotionale Verbindung zum Leser/Zuhörer her
* verleihen einem Sachverhalt Bedeutung und Sinn
* binden den Zuhörer/Leser ein und lassen ihn mitdenken und mitfühlen
* sind unterhaltsam
* lassen schwere Sachverhalte verständlicher erscheinen
* stimulieren die eigene Fantasie
* werden besser im Gehirn abgespeichert als die reine Information
* werden gerne weiter erzählt.

Das moderne Marketing hat den Verkauf von Produkten über gute Geschichten, also über das Storytelling, längst für sich entdeckt. Es ist nicht einfach nur eine weitere Werbeform. Geschichten liegen uns Menschen einfach im Blut und entfalten eine viel stärkere Wirkung als die Aufzählung von reinen Verkaufsargumenten.

Im zweiten Teil zum Thema Storytelling geben wir Ihnen Fragen an die Hand, mit deren Hilfe Sie in jedem Fall zu Ihrer Geschichte kommen.

Beitragsfoto: „WinterSonnenWende 2008, Löbejün“ by Oleg Brokov, available under a Creative Commons Attribution-No Derivative Works 2.0 license


Matthias Garten bietet vom PowerPoint-Training über Beratung bis hin zum VortragDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.