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Seit Präsentationen mit dem Mediengespann Notebook und Beamer gestaltet werden, wird das Medium Flipchart immer seltener eingesetzt. Aber gerade das Flipchart bietet einige (leider wenig genutzte) Möglichkeiten, den eigenen Präsentationsauftritt interessant zu gestalten. Dieser Artikel soll Ihnen Mut machen, bei Ihren Präsentationen auch mal das Flipchart als ergänzendes oder gar als zentrales Medium einzusetzen.

Das Flipchart ist einfach und pannenfrei anwendbar:

Das Flipchart ist technisch gesehen ein sehr einfaches Medium. Das Flipchart sieht aus wie ein großer Zeichenblock auf Stelzen. Der Name Flipchart kommt daher, dass man die einzelnen Visualisierungen (Charts) nach hinten oder nach vorne blättern kann (flippen). Es ist in Vortragsräumen oft als Standardausrüstung vorhanden.

Man braucht mit dem Lowtech-Medium Flipchart kaum Pannen zu befürchten, denn es kann kein Strom, keine Projektionslampe und auch keine Software ausfallen.

Außerdem können Sie das Flipchart ohne große Planung oder Vorbereitung recht spontan und kurzfristig einsetzen.

Immer verfügbar – Das Flipchart als Dauermedium:

Ganz besonders eignet sich das Flipchart als sogenanntes Dauermedium, bei dem ein Gedanke oder eine Grafik über sehr lange Zeit im Raum präsent und sichtbar sein soll.

Sie können als Präsentator im Rahmen seiner Präsentation immer wieder auf die am Flipchart sichtbaren Darstellungen zurückgreifen. Wenn Sie das Flipchart zwischenzeitlich für weitere Darstellungen brauchen, können Sie einfach ein schon fertiges Flipchartblatt abtrennen und mit Magneten oder Klebestreifen irgendwo im Raum gut sichtbar befestigen.

Das Flipchart (bzw. ein im Raum aufgehängtes Blatt) drängt sich während der weiteren Präsentation nicht in den Vordergrund (im Gegensatz zum Beamer) – Aber schon mit einem kurzen Hinweis darauf können Sie jederzeit die Zuschauer wieder auf das Medium fokussieren.

Lösen Sie am besten die einzelnen Blätter des Papierblocks schon vor Ihrer Präsentation. Dann können Sie die zu aufzuhängenden Blätter sehr schnell (und ohne Gefahr des Einreißens) Lösen und als Dauermedien einzeln im Raum aufhängen.

Der Präsentator kann während der Präsentation sogar eine ganze Reihe von Flipchartblättern nach und nach im Raum verteilen, auf die er immer wieder flexibel zurückgreifen kann. Dies ist auch der wesentliche Vorteil gegenüber den Medien Tafel und Pinnwand. Denn auf diesen kann man immer nur den aktuellen Anschrieb thematisieren – wenn man neuen Platz benötigt, muss man den bisherigen Anschrieb entfernen. Ein Vor- und Zurückblättern und ein Verteilen im Raum sind bei Tafel und Pinnwand nicht möglich.

Den roten Faden zeigen – Das Flipchart als Strukturgeber (Backbone):

Das Flipchart kann aufgrund seiner Eigenschaft als Dauermedium auch die Funktion eines roten Fadens für die gesamte Präsentation bekommen. Wenn Sie die Gliederung (Agenda) Ihrer Präsentation anstatt in Powerpoint einmal bewusst auf dem Flipchart darstellen, dann hat dies mehrere Vorteile.

Einerseits ist die Gliederung (Agenda) für jeden Zuschauer permanent sichtbar – egal wo Sie sich gerade in Ihrer Präsentation befinden. Die Zuschauer können sich permanent an der allzeit sichtbaren Agenda orientieren.

Andererseits können Sie als Präsentator nach jedem Gliederungspunkt demonstrativ am Flipchart zeigen, wo Sie sich in der Gliederung befinden und welcher inhaltliche Punkt nun als nächstes dargestellt wird.

Dies wirkt besonders gut, wenn Sie hierzu auch noch mit einem mitwandernden Magneten Ihr Voranschreiten auf dem Flipchart symbolisieren. Im Englischen nennt man dieses demonstrative Orientieren an einer immer wiederkehrenden Struktur „Backbone-Methode“, weil hierdurch das Rückgrat (= Backbone) der gesamten Präsentation deutlich sichtbar wird.

Zudem entsteht hierbei auch kurzzeitig immer wieder ein erfrischender Medienwechsel.

Allzeit bereit – Das Flipchart als Spontanmedium:

Das Flipchart ist besonders gut dafür geeignet, spontane Gedanken schnell zu visualisieren. Dadurch können Sie als Präsentator bei Ihren Präsentationen sehr individuell und situativ auf die Interessen, Besonderheiten und Fragen der Zuhörer eingehen.

Aber Sie können nicht nur spontane Gedanken flexibel darstellen. Sie können am Flipchart auch sehr gut eine schon vorab geplante einfache Visualisierung vor den Augen der Zuschauer entwickeln. Oder Sie ergänzen fertig-mitgebrachte Flipchartblätter spontan (oder geplant) mit ergänzenden Worten oder Symbolen.

Richtig zupackend – Das Flipchart als hemdsärmeliges Medium:

Gerade die (scheinbar) spontanen Ergänzungen auf dem Flipchart lassen Sie als Präsentator sehr engagiert und aktiv wirken. Denn Sie reißen sich ja vor dem Zuschauer regelrecht beide Beine aus, wenn Sie am Flipchart immer wieder mal was hervorheben, wegstreichen oder ergänzen. Diesen Effekt kann man noch durch den Einsatz von Magneten steigern: Heben Sie ruhig mal etwas hervor, indem Sie mit einem lauten KLACK einen roten Magneten auf einen wichtigen Punkt auf dem Flipchart heften – oder schieben Sie einen Magnet parallel zu Ihren verbalen Inhalten auf den visuellen Stationen auf dem Flipchart mit.

Nicht trotz, sondern gerade wegen dieser oft unperfekten und hemdsärmeligen Ergänzungen am Flipchart wirken Sie als Präsentator sehr aktiv, engagiert und zupackend. Solch eine Wirkung können Sie mit dem sterilen Klicken auf die Funkmaus kaum erreichen.

Deswegen können Sie mit ein paar wenigen eingestreuten hemdsärmeligen Flipchartsequenzen auch einer einrahmenden Beamerpräsentation insgesamt einen zupackenden Charakter geben. Und Kunden kaufen gerne von Zupackern – gerade wenn es eine langfristige Partnerschaft und das gemeinsame Stemmen von großen Projekten werden soll.

Kaschiert Bewegungsdrang – Nutzen Sie das Flipchart als Bewegungs-Alibi

Viele Präsentatoren müssen sich dauernd bewegen. Sie gehen auf und ab oder machen dauernd fahrige Bewegungen mit den Händen. Obwohl sie dies wissen, fällt es ihnen dennoch schwer, ruhig vor Publikum zu wirken. Das Flipchart ist nun ein hervorragendes Medium, um diesen Bewegungsdrang sinnvoll zu kanalisieren und der Bewegung dadurch ein Alibi und eine vom Publikum akzeptierte Funktion zu verschaffen. Dadurch wird das Zuviel-an-Bewegung ganz einfach „aufgesaugt“, „getarnt“ und dadurch regerecht „kaschiert“.

Wenn man sich beispielsweise einige DIN-A-4-Karteikarten vorbereitet hat, die man nach und nach mit Magneten am Flipchart festheftet, dann ist die dabei ausgeführte Bewegung für das Publikum in Ordnung. Auch ein Blättern durch vorbereitete Flipchartblätter lässt den Bewegungsdrang mit einer sinnvollen Funktion erscheinen. Sich vor Publikum mit Ziel und Funktion zu bewegen wirkt viel besser als beispielsweise dauernd fahrig durch den Raum zu „tigern“.

Hierzu gibt es noch einen interessanten Nebeneffekt: Lampenfieber beruht auf einer hohen Konzentration von Stresshormonen im Körper. Diese erhöhte Konzentration baut man am besten durch körperliche Bewegung ab. Wenn Sie nun zu Beginn Ihrer Präsentation systematisch am Flipchart arbeiten, schaffen Sie sich – und zwar wiederum mit Funktion und Alibi – genau die Bewegungsmöglichkeit, die Ihr Lampenfieber sehr schnell senken wird.

Fördert Bewegung – Nutzen Sie das Flipchart als Bewegungs-Anstoß:

Wir stellen in unseren Seminaren immer wieder fest, dass ein geplanter Flipchart-Einsatz zwei Arten von Präsentatoren sehr viel Hilfestellung gibt:

Einerseits gibt es jenen Präsentator, der vor Publikum keine Gestik macht und dadurch auf das Publikum sehr steif und wenig engagiert wirkt, andererseits der Präsentator, der seine Sprache wenig moduliert und durch diese Monotonie der Sprache sehr wenig mitreißend wirkt.

Beiden Arten von Personen bekommen dann automatisch mehr Bewegung in Ihren Gesamtauftritt, wenn diese schon zu Beginn Ihrer Präsentation solche Phasen planen, bei denen Sie am Flipchart etwas zeigen, anschreiben oder anheften.

Diese geplante Bewegungsnotwendigkeit setzt die Bewegung des Körpers (= Gestik) und auch die Bewegung der Sprache (= Modulation) in Gang. Meist bleiben die Gestik und die Modulation dann über die ganze Präsentation hinweg auch deutlich stärker in Bewegung. Die am Flipchart notwendige Bewegung stößt die anderen Bewegungsbereiche (Gestik + Modulation) stimulierend an.


Portraitfoto von Trainer und Coach Peter MohrPeter Mohr ist Diplom-Pädagoge für Erwachsenen-Pädagogik. Bis 1995 arbeitete er als Luftwaffen-Offizier für das Bundesministerium für Verteidigung. Sein Grundprinzip lautet:  Höchste Qualität durch höchste Spezialisierung.  Daher arbeitet PETER MOHR seit 1995 als absolut spezialisierter Trainer, Speaker und Coach nur zu einem einzigen Thema: „ERFOLGREICH PRÄSENTIEREN“  Peter Mohr hat schon mehr als 1000 Präsentations-Trainings durchgeführt und 15 Bücher und Hörbücher zum Thema ERFOLGREICH PRÄSENTIEREN verfasst. Er gestaltet als ehemaliger Offizier seine Vorträge und Trainings ganz bewusst sehr verschnörkelt und straff  – genauso straff wie ein militärisches Briefing.
Also ganz bewusst gemäß dem Prinzip: JUST INFO – NO TAINMENT.

www.peter-mohr-trainer.de

Podcast: Zahlreiche Tipp und Tricks zum Thema ERFOLGREICH PRÄSENTIEREN erhalten Sie in Peter Mohrs Podcast: https://www.peter-mohr-trainer.de/präsentations-tipps-per-podcast.

Das beste Mittel gegen Lampenfieber: eine gute Vorbereitung

Unter Lampenfieber leiden fast alle Menschen, die vor einem Publikum stehen müssen. Warum ist das so? Gibt es Mittel dagegen? Neben verschiedenen Entspannungstechniken gibt es eine profane, aber wirkungsvolle Methode, um seine Ängste in den Griff zu bekommen: Machen Sie es wie die Profis und bereiten Sie sich so gut wie möglich auf Ihre Präsentation vor!

Praktisch alle Personen, die vortragen oder präsentieren, kennen das Lampenfieber. Es taucht in allen Abstufungen und Schattierungen auf. Selbst Showgrößen, die es gewohnt sind vor großem Publikum aufzutreten, werden davon betroffen. Letztlich ist diese Reaktion auch völlig normal. Wer vor ein Publikum tritt, macht sich angreifbar, kann Fehler begehen oder sogar richtig scheitern. Solche Aussichten lassen niemanden kalt. Ein bisschen Lampenfieber kann durchaus positive Aspekte haben, weil es dazu führt dass Sie sich voll konzentrieren.

In einer leichten Dosis machen uns Stresshormone wach und konzentriert. Aber viele Menschen leiden unter regelrechten Panik-Attacken, ja geradezu Todesängsten, wenn sie eine Präsentation halten müssen. Woher kommt diese Angst? Dazu gibt es verschiedene Theorien. Letztlich geht es um eine „Konfrontation“ mit dem Publikum. Natürlich sind Sie dabei keiner wirklichen Gefahr ausgesetzt, aber anscheinend wird in uns ein uraltes Reaktionsmuster ausgelöst, das seine Berechtigung hatte, aber bei einem Folienvortrag extrem störend ist. Oft führt die Spur in frühe Kindheitserfahrungen zurück. Vielleicht werden alte Erinnerungen an peinliche Situationen aus der Schulzeit wachgerufen. Unbemerkt wird ein alter Schmerz wiederbelebt, zum Beispiel als man vorne an der Tafel stand und die Antwort nicht wusste oder etwas Falsches gesagt hat. Das Trauma durch den Tadel des Lehrers und das Gelächter der Mitschüler können sich tief in das Unterbewusstsein eingraben und wieder aufbrechen, wenn Sie heute vor Publikum etwas sagen sollen.

Doch unsere Psyche kann vielleicht noch tiefer graben und kollektive Erfahrungen wachrufen, die in unseren Genen gespeichert sind. Die Geschichte der Menschheit war oft mit dem Überlebenskampf verbunden. Eine einzelne Person, die sich plötzlich einer fremden Gruppe gegenüber sah, musste auf der Hut sein und mit allem rechnen.

Ich habe gelesen, dass es einen Zustand gibt, der große Ähnlichkeiten mit dem Lampenfieber haben soll: das sogenannte „Kanonenfieber“. Es beschreibt Symptome, die Soldaten vor einem bevorstehenden Gefecht bekommen können: von Nervosität über Krämpfe, Herzrasen, Übelkeit bis hin zu Zittern und Panik. Erstaunlich, offenbar glaubt unser Unterbewusstsein, wir ziehen in einen Kampf, wenn wir einer Gruppe von Zuschauern „entgegentreten“.

Während sich erfahrene Speaker auch bei großen „Folienschlachten“ noch im Griff haben, gibt es auch Menschen, die selbst dann in den Panikmodus schalten, wenn sie vor einem kleinen Kreis netter Kollegen präsentieren sollen. Und es gibt Menschen, die regelmäßig präsentieren müssen und regelmäßig in diese Angstsituation geraten. Kaum ist eine Präsentation gehalten, krampft sich der Magen schon wieder zusammen, weil der nächste Präsentations-Termin bereits feststeht. Bei solchen Lebenssituationen geht es natürlich irgendwann an die Gesundheit.

Doch wie geht man nun am besten mit dem Lampenfieber um?

Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten um der Angst vor der Präsentation zu begegnen. Eine  Möglichkeit wäre der Versuch, Medikamente dagegen einzunehmen. Ich bin kein Arzt, aber ich halte diese Methode für ziemlich riskant. Nebenwirkungen und Abhängigkeiten sind nicht auszuschließen, bei einigen Mitteln sogar wahrscheinlich. Pharma und Militär forschen seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet und haben verschiedene Mittel im Gebrauch. Die Erfolge sind sehr umstritten. Wenn Ihnen aber frei verkäufliche Mittel wie Baldrian dabei helfen, etwas ruhiger zu werden, ist das natürlich nicht schlecht.

Tipp 1: Entspannen durch Musik oder ein warmes Glas Wasser

Bevor Sie zu pharmazeutischen Mitteln greifen, können Sie etwas Einfacheres ausprobieren. Versuchen Sie vor der Präsentation ruhig zu werden, indem Sie entspannende Musik über Ihren MP3-Player hören. Ein Glas warmes Wasser beruhigt den Magen und hat einen positiven Einfluss auf das Nervensystem. Bei Stress-Situationen schüttet der Körper das Stress-Hormon Adrenalin aus. Es soll den Menschen helfen, mit einer akuten Gefahr fertig zu werden, entweder durch Angriff oder durch Flucht. Beides ist für eine Präsentation sehr unpassend, und deshalb ist es recht unangenehm mit Adrenalin überschwemmt zu werden, wenn Sie eigentlich ruhig und souverän sein sollten.

Tipp 2: Entspannen durch Bewegung

Da Adrenalin also dem Körper helfen soll, sich zu bewegen (Angriff, Flucht), können Sie auch mit Bewegung das Stress-Hormon abbauen. Bewegen Sie sich, gehen Sie vor der Präsentation nochmal über den Parkplatz, nehmen Sie die Treppe in den nächsten Stock, zur Not können Sie auch eine Minute auf der Stelle hüpfen. Etwas Bewegung vor der Präsentation wird Sie ruhiger machen.

Tipp 3: Entspannen durch diverse Techniken

Eine weitere Möglichkeit wäre das Erlernen einer Technik zur Stress-Reduktion. Dazu gibt es eine ganze Menge Werkzeuge, die auch schon vielen Menschen geholfen haben. Ob Atemübungen, autogenes Training, Meridian-Klopftechniken, Hypnotherapie oder EMDR-Technik (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) – es gibt viele Methoden, die Sie ausprobieren können.

Tipp 4: Entspannung durch exakte Präsentationsvorbereitung

Die nächste Möglichkeit, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist relativ einfach durchzuführen, wirkungsvoll und kostet außer Zeit überhaupt nichts: Bereiten Sie sich auf Ihre Präsentation so sorgfältig wie nur möglich vor. Das klingt zunächst völlig banal. Natürlich sollte man sich vorbereiten. Aber in sehr vielen Fällen werden Vorträge und Präsentationen nur unzureichend vorbereitet. Es fängt mit fehlerhaften Folien an, wo Rechtschreibung, Übergänge und Reihenfolge nicht überprüft wurden. Es geht weiter mit den Inhalten, die zu jeder Folie erläutert werden sollten. Entweder glaubt der Referent auf Basis weniger notierter Stichworte aus dem Stehgreif referieren zu können, oder er liest einen längeren Text von Blatt ab. Das wirkt unprofessionell und geht sehr häufig schief. Der letzte Punkt ist die unzureichende Prüfung der technischen Geräte. Wenn Sie erst hektisch mit dem Equipment herumhantieren müssen, bevor Sie starten, wirkt das nicht souverän, und es macht Sie selbst unsicher.

Wenn Sie Ihre Präsentation im Schlaf beherrschen, werden Sie ruhiger und selbstsicherer.

Beginnen Sie mit den Vorbereitungen für Ihre Präsentation gleich nachdem Sie den Termin erfahren haben. Machen Sie sich einen Zeitplan in dem Sie verbindliche Zeitfenster für Materialsuche, Folienerstellung und Einübung des Vortrages festlegen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Zeitdruck und planen Sie großzügig, damit unvorhersehbare Zwischenfälle wie eine Erkältung Sie nicht in Schwierigkeiten bringen.

Machen Sie sich klar: Wie lange soll der Vortrag dauern? Wieviele Folien können/müssen in dieser Zeit gezeigt werden? Legen Sie am besten einen Ordner an, wo Sie in den kommenden Tagen Material zusammen suchen und ablegen können. Nehmen Sie sich für jede einzelne Folie so viel Zeit, dass Form und Inhalt absolut stimmig und überzeugend sind. Überlegen Sie sich genau was Sie zu jeder Folie erzählen möchten halten Sie es schriftlich fest. Wenn alles fertig ist, dann fangen Sie an den Vortrag einzustudieren. Es genügt NICHT den Ablauf in Gedanken kurz durchzugehen. Halten Sie den Vortrag laut, entweder alleine vor Ihrer Familie oder Freunden, bis er WIRKLICH sitzt. Achten Sie auf jedes Detail, auf Wortwahl Stimmlage und Körperhaltung. Erst dann wenn Sie sich mit Ihrer Präsentation wirklich sicher fühlen, wird es auch einen positiven Effekt auf Ihren Stress-Level und Ihre Performance während des Vortrags haben. Überprüfen Sie am Tag vorher sorgfältig Ihre technischen Geräte. Sollten Sie auf die Technik des Veranstalters angewiesen sein, stellen Sie sicher, dass die Haustechniker alles richtig anschließen. Selbst wenn Sie dann vor Publikum nicht ganz die 100% erreichen sollten, die Sie bei Ihren „Trockenübungen“ vor Freunden einstudiert hatten, werden Sie doch mit größter Wahrscheinlichkeit ein überzeugendes Ergebnis erzielen und Ihr Lampenfieber deutlich besser im Griff haben. Natürlich bekommen Sie nicht immer die Zeit sich gründlich vorzubereiten. Es kann passieren, dass Sie innerhalb von wenigen Tagen eine Präsentation halten müssen. Wenn Sie nicht genügend Zeit zur Verfügung haben, lernen Sie zumindest der ersten Sätze Ihres Vortrages auswendig. Das wird Ihnen mehr Sicherheit geben, und meistens legt sich nach dem gelungenen Einstieg die Nervosität.

Ein echter Turbo für Ihr Selbstvertrauen und Ihre Performance sind Präsentationsworkshops wie unser „Presentation Rocket Day“, den wir 2016 für alle Interessierten organisieren. Hier lernen Sie von unseren Top-Coaches die Tricks und Kniffe der Profis, um den professionellen Auftritt vor Publikum zu beherrschen und Ihre Zuschauer wirklich zu begeistern.




PräsentationstrainingDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und des Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

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Wie bekomme ich mein Lampenfieber in den Griff?

Übung macht den Meister. Das gilt auch für das professionelle Präsentieren. In unserem Presentation-Bootcamp, das wir bereits zum zweiten Mal durchführen, geben wir professionelle Unterstützung bei der Optimierung der eigenen Performance.

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Zu den Profis, die uns beim Presentation-Bootcamp unterstützen, gehört Michael Rossié. Er arbeitet seit 25 Jahren als Sprechtrainer und Coach im Auftrag namhafter Radio- und Fernsehsender sowie in allen Bereichen der Wirtschaft. Außerdem ist er ein vielbeschäftigter Redner und Keynote-Speaker zu den Themen Kommunikation, Präsentation und Medientraining. Wir haben mit ihm ein Interview zu einem Thema geführt, das allen Menschen bekannt ist, die auf der Bühne stehen: dem Lampenfieber und wie man damit umgeht.

Warum bricht vielen vor lauter Lampenfieber der Schweiß aus, wenn sie vor Publikum sprechen müssen? 

Michael Rossié: Die einzige Situation, in der ein einzelnes Lebewesen einer Gruppe von anderen Lebewesen gegenüber steht und von dieser Gruppe interessiert betrachtet wird, ist wenn die Gruppe das Lebewesen fressen will. Und das ist in uns allen tief verankert. Wir wollen am Leben bleiben.

Was unterscheidet die Situation, vor vielen zu sprechen von einer Situation, in der wir uns mit nur einer oder wenigen (bekannten) Personen unterhalten? 

Michael Rossié: Die Unterschiede in Bezug auf die Gruppengröße spielen sich nur im Kopf ab. Manche Menschen sagen mir, dass sie ab 20 Menschen nervös werden, manche ab 100 Menschen. Die Anzahl ist völlig willkürlich. Angst ist etwas sehr Subjektives und nur schwer zu kontrollieren. Solange mein Ton genügend verstärkt wird und ich von überall zu sehen bin, ist die Größe der Gruppe oder des Raumes für das Lampenfieber eigentlich nicht entscheidend. Wenn ich aber vor so einer großen Gruppe noch nie gesprochen habe, kann die Tatsache, dass ich keinerlei Vergleich habe, meine Spannung deutlich erhöhen. Alles, was wir nicht kennen, macht uns Angst, auch wenn die Unterschiede theoretisch minimal sind.

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Sie sagen, man muss auch vor vielen Menschen authentisch bleiben und sollte sich nicht verstellen. Warum fällt uns das oft so schwer? 

Michael Rossié: Wir denken, dass Schauspielerei einfach ist. Wenn sie einfach wäre, ist es doch sehr verführerisch, so zu tun, als sei man sicher und souverän. Wenn das wirklich klappen würde, dann könnte ich mit wenigen Tricks total selbstsicher wirken. Erst wenn ich gemerkt habe, wie schwer es ist, sich glaubhaft zu verstellen, suche ich nach einem anderen Weg. Außerdem wurde uns in der Schule immer erzählt, dass wir nur ja nichts falsch machen dürfen. Schwäche ist was für Verlierer, wir müssen immer perfekt sein. Und wenn wir uns zeigen, wie wir sind, sind wir Menschen mit jeder Menge Fehlern. Und es gehört ganz viel Mut dazu, die auch zu zeigen. Eine ganze Coaching-Industrie lebt von dem Angebot, uns von unseren Fehlern und Schwächen zu befreien.

Welche Tipps haben Sie gegen Lampenfieber?

Michael Rossié: Wenn Sie auf die Bühne vor die Gruppe gehen, werden Sie immer Lampenfieber haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass einem der Vorname der eigenen Mutter nicht mehr einfällt.
Lampenfieber ist etwas Natürliches. Und niemand nimmt Ihnen übel, wenn Sie nervös sind.  Die Nervosität verschwindet nach kurzer Zeit. Aber sie wird da sein. Rechnen Sie damit. Dann bleibt Ihnen viel Gezänk mit sich selbst erspart.
Stellen Sie sich vor, Sie beginnen Ihre Rede mit „Meine Damen und Herren zunächst möchte ich mich für meine Nase entschuldigen“ oder „Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich heute nervös bin“.  So etwas sagt niemand, weil sich keiner für etwas entschuldigt, für das er nichts kann. Machen Sie das Lampenfieber zu einer ihrer Stärken. Vergeuden Sie vorher keine unnötigen Energien mit irgendeinem überflüssigen Perfektionismus. Ob Sie Angst wegen eines Pickels haben oder ständig überlegen, was Ihr Lebenspartner wohl zu Ihrer Bluse sagt – all das lenkt ab. Und Sie sind nicht mehr zu hundert Prozent konzentriert. Es wird nie perfekt. Sie machen das jetzt vielleicht in der zweitbesten Version die möglich ist. Lampenfieber hat auch eine Menge Vorteile. Erstens werden Sie deutlich besser vorbereitet sein, wenn Sie ahnen, dass Sie sehr nervös sind. Und das kommt allen zugute.
Zweitens wirkt der große Redner ganz persönlich und menschlich, wenn er ein bisschen nervös ist. Und der dritte Grund ist der Wichtigste: Sie sind doch nur nervös, weil genau diese Zuschauer da sitzen. Deswegen haben Sie möglicherweise ein paar Nächte nicht geschlafen. Ist das nicht eine tolle Botschaft an Ihr Publikum: Ich bin so nervös, weil SIE hier sitzen. Lampenfieber ist im Grunde etwas ganz Wunderbares.

Was wollen Sie den Teilnehmern beim Presentation-Bootcamp 2015 mit auf den Weg geben? 

Michael Rossié: Das Besondere am Presentation-Bootcamp ist, dass wir noch nicht wissen, wem wir was mit auf den Weg geben. Live-Coaching heißt, sich auch ein bisschen tragen zu lassen von der Situation. Jemand macht etwas, und jetzt entdeckt eine Gruppe von Trainern oder Coaches Dinge, die man besser machen könnte, und an denen arbeitet man. Das macht die Sache so spannend. Auch ich weiß noch nicht so genau, was auf mich zukommt. Und für den Teilnehmer, den wir coachen, heißt das, dass die Tipps für ihn absolut maßgeschneidert sind. Und das Publikum kann live erleben, wie sich jemand verbessert. Nachmachen erlaubt.

Michael Rossié_Presentation-BootcampMichael Rossié_Lampenfieber _WorkshopMichael Rossié_Presentation-Bootcamp

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