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Sie haben sich mit Ihrer Präsentation richtig Mühe gegeben, Sie sind alle Slides einzeln durchgegangen, haben sich Notizen gemacht und Ihren Vortrag sogar vor dem Spiegel geübt. Doch als Sie Ihren Vortag öffentlich gehalten haben, war die Reaktion des Publikums eher mäßig. Da tuscheln einige Personen miteinander, andere schauen auf die Uhr oder blättern gelangweilt in ihren Handouts. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass Sie einen oder sogar mehrere Fehler gemacht haben. Ich möchte Ihnen in diesem Blogbeitrag die fünf häufigsten Stolperfallen aufzeigen, die Ihren Zuhörern schnell die Laune verderben, und darüber hinaus Lösungen anbieten.

Fehler 1: Sie langweilen Ihr Publikum schon mit der Überschrift

Das A und O bei erfolgreichen Präsentationen ist das Erschaffen und Aufrechterhalten von Spannung und Aufmerksamkeit. Wenn ich bei einem Vortrag eine positive Erwartungshaltung habe, ist meine Bereitschaft, mich auf den Referenten und sein Thema einzulassen natürlich größer, als wenn ich von vornherein den Verdacht habe, dass mich eine öde Folienschlacht erwartet. Den ersten Hinweis auf Form und Inhalt einer Präsentation gibt der Vortrags-Titel. Wenn schon die Überschrift einer Präsentation zum Gähnen verführt, lässt es Rückschlüsse darauf zu, was mich da wohl erwartet.

Aber das ist nun einmal der erste Eindruck, den ein Besucher Ihres Vortrages bekommt. Sie sollten schon bei der Themenüberschrift das Interesse Ihrer Zuhörer wecken, indem Sie Emotionen herstellen. Das gelingt Ihnen zum Beispiel, wenn Sie Betroffenheit erzeugen. Die Überschrift „Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2017 unter besonderer Berücksichtigung der Exportwirtschaft in Krisenregionen“ klingt sehr trocken und akademisch und wird vermutlich keine Emotionen beim Publikum hervorrufen. Bei dem Titel „Wirtschaft 2017 – Crashgefahr für Deutschland?“ wird sofort etwas angesprochen, das Gefühle auslösen kann: die Gefahr eines Crashs. Das betrifft uns alle, da möchte ich gleich wissen wie groß die Gefahr ist.

Ich bringe Ihnen ein weiteres Beispiel. Zu welchem Vortrag werden wohl mehr Zuhörer kommen: Zu „Neue archäologische Erkenntnisse aus der Analyse der Artefakte aus dem keltischen Gräberfund in Niederbrombach“, oder zu „Die Wahrheit über Asterix und Obelix – Die Welt der Gallier zwischen Kunst und Kriegsführung“? Im ersten Fall erwarte ich zwar durchaus hochwertige Inhalte, aber ich befürchte, dass die Präsentation staubtrocken gestaltet wird.  Bei der Anspielung auf Asterix und Obelix wird signalisiert, dass hier auf unterhaltsame Weise Wissen vermittelt wird. Selbst mit archäologischem Vorwissen würden sich vermutlich mehr Personen für diese Präsentation entscheiden, einfach weil dort sie einen höheren Unterhaltungswert erwarten. Also, selbst wenn Ihr Thema nicht sehr aufregend sein sollte, versuchen Sie trotzdem Emotionen zu erzeugen. Das spricht Ihr Publikum stärker an als die Aufzählung von Fakten.

Fehler 2: Sie erzählen keine Geschichte (Storytelling)

Moderne Präsentations-Software, wie PowerPoint oder Prezi, bietet eine Fülle von Möglichkeiten der Foliengestaltung. Nicht selten verlieren sich Referenten in technischen Effekten und Spielereien, ohne auf die Bedürfnisse des Publikums Rücksicht zu nehmen – ein fataler Fehler. Das erinnert ein wenig an technisch aufwändige Hollywood-Filme, die vor lauter „special effects“ die Handlung und die Schauspieler in den Hintergrund drängen. Diese Filme wirken dann irgendwie steril und außer dem Technik-Bombast bleibt beim Kinobesucher meistens nichts hängen. Aber auch ein 200-Millionen-Budget kann eine schlechte Story und blasse Darsteller nicht durch Computer-Effekte kompensieren. Das Publikum will eine gute Geschichte und Charaktere, mit denen sie sich identifizieren können.

Das ist bei einer guten Präsentation kein bisschen anders. Auch Ihr Publikum ist für eine gute Geschichte dankbar und wird Ihnen bereitwillig folgen, wenn Sie bei Ihrer Präsentation das „storytelling“ beherrschen. Egal wer Ihnen im Zuschauerraum gegenüber sitzt, alle wollen gerne unterhalten und emotional angesprochen werden. Eine professionelle Präsentation ist ein erstklassig gestalteter Foliensatz plus ein guter Geschichtenerzähler, der für die Emotionen und eine Rahmenhandlung sorgt. Sie sollten auch nicht darauf vertrauen, dass Ihre auf 40 Slides zusammengetragenen Fakten gemerkt werden. Damit ist Ihr Publikum überfordert. Eine mitreißende Geschichte bleibt dagegen sehr viel besser in Erinnerung. Wenn es Ihnen gelingt, eine gute Story zu erzählen und dabei wesentliche Fakten Ihrer PowerPoint-Präsentation einzubinden, haben Sie gute Chancen, eine bleibenden positiven Eindruck zu hinterlassen.

Fehler 3: Ihre Präsentation enthält weder Grafiken, Bilder noch Animationen

Das Gegenteil von überbordenden Effekten und technischen Spielereien ist das Verzichten von auflockernden Bildern oder Grafiken. Es gibt immer noch viele Foliensätze, die nur aus Text bestehen. Eine große Zumutung für Ihre Zuschauer. Text lässt sich sehr viel schwerer in unserem Gehirn abspeichern als zum Beispiel Bilder. Besonders fatal wird es für die Aufmerksamkeit Ihres Publikums, wenn es gleichzeitig Ihnen zuhören soll und den Text der Folien lesen muss. Das kann nicht funktionieren. Man wird sich auf entweder Sie oder Ihre Folien konzentrieren. Ihr Auditorium wird gestresst und verliert im schlimmsten Fall ganz das Interesse daran Ihrer Präsentation zu folgen. Bilder lassen sich sehr viel besser vom Gehirn verarbeiten und gleichzeitig kann der Zuschauer Ihren Erläuterungen folgen. Bilder lassen sich zudem optimal mit einer guten Story verbinden, da auch Bilder unser emotionales Empfinden ansprechen.

Fehler 4: Sie überfrachten die Folie mit Logos und Bildern

Bilder in der Präsentation bedeuten aber nicht, dass Sie nun alles mit Bildchen zukleistern. Vor allem die Unsitte, so viele Firmenlogos draufzupacken, wie nur irgendwie geht, ist weitverbreitet. Das verdirbt aber die Lesbarkeit der Folien, verwirrt und strengt Ihr Publikum unnötig an. Eine Folie sollte mit einem kurzen Blick seine Informationen preisgeben. Niemand möchte anfangen zu suchen, wo zwischen Logos, Slogans und Hintergrundbildern die Information zu finden ist.

Fehler 5: Sie bieten betreutes Lesen statt eines lebendigen Vortrags

Ein weitverbreiteter Fehler ist das laute Ablesen des Folientextes statt freier Rede. Das wirkt nicht nur sehr unbeholfen, es unterfordert Ihre Zuschauer, wenn Sie ihnen die Folien vorlesen. Das führt sehr schnell zu Langeweile und einem sehr negativen Urteil über den Referenten. Ich nenne so etwas gerne „betreutes Lesen“ und es ist der sicherste Weg Ihre Präsentation in den Sand zu setzen. Ihr Foliensatz sollte das, was Sie erzählen, unterstreichen und nicht mit Ihrem Vortrag identisch sein. Auch wenn es eine kleine Herausforderung ist, an der freien Rede führt leider kein Weg vorbei, wenn Sie vor Publikum erfolgreich auftreten wollen. Wenn Sie überzeugen wollen, müssen Sie Emotionen erzeugen. Das funktioniert nicht, wenn Sie einen Text ablesen.


Potrait_MG_WosilatDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten als der Experte für multimediales Präsentieren und professionelle PowerPoint-Präsentationen weiß um die Kunst der professionellen Foliengestaltung. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 professionelle PowerPoint-Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Die liebe Not mit dem Urheberrecht

Jede PowerPoint-Präsentation unterliegt dem Urheberrecht. Wenn Sie fremde Inhalte wie Bilder oder Videos in Ihre Präsentations-Unterlagen einbauen, müssen Sie auf die gesetzlichen Vorgaben achten. Andernfalls kann es schnell teuer werden.

Der folgende Beitrag soll Sie für die Gefahren sensibilisieren, die beim Einbinden fremder Inhalte in eigene Präsentation entstehen können. Weder darf noch möchte ich Ihnen hier verbindliche juristische Ratschläge erteilen. Ich möchte Sie nur für dieses Thema sensibilisieren. Im Bedarfsfall sollten Sie besser den Rat eines erfahrenen Juristen einholen. Ein Profi in Medienrecht gibt Ihnen die letzte Sicherheit. Aber man kann schon im Vorfeld viele Gefahren umgehen, wenn man einige Dinge beachtet.

Eine PowerPoint-Präsentation sollte interessante Inhalte für das Publikum bieten. Oft verfügt man aber nicht über geeignete Schaubilder, Fotos oder Grafiken, um die aktuell anstehende Präsentation spannend zu gestalten. Zum Glück existiert im Internet eine Unmenge von Medien, die der Referent in seine Präsentation einbinden kann, um seine Folien aufzuwerten. Doch darf man sich einfach aus fremden Quellen gratis bedienen? Und gehören einem die Inhalte vollständig, wenn man dafür bezahlt?

Hier sind ein paar Hinweise, die Ihnen als Anregung dienen sollten, das Urheberrecht bei Ihren Präsentationen zu berücksichtigen.

1.      Fotos und Illustrationen

– Fotos, Schaubilder oder Grafiken etc., die Sie im Internet finden, sind fast immer rechtlich geschützt. Auch bei den Bildern, die die Google-Bildersuche anzeigt, ist Vorsicht geboten.

– Klären Sie die Rechte mit den Urhebern oder Rechteinhabern. Meistens ist dies bei den Bilder mit angegeben. Manchmal genügt es den Namen des Fotografen als Quelle zu nennen, um eine Erlaubnis zur Verwendung zu erhalten. Manchmal müssen Sie für die Nutzung zahlen. Sollten Sie bei einem Bild die Rechteinhaber nicht ausfindig machen können oder keine Antwort erhalten, lassen Sie lieber die Finger davon.

– Fotos von Bilderdiensten zu kaufen ist die gebräuchlichste Variante, um an Bilder zu gelangen. Neben Fotos werden auch Illustrationen, Cartoons und Grafiken dort angeboten. Die bekanntesten Quellen sind „Fotolia“ „iStockphoto“, „Gettyimages“ oder „Flickr“. Hier sind die Lizenzbedingungen des Anbieters zu beachten. Die Urhebernennung ist meistens notwendig und sollte sicherheitshalber immer erfolgen.

– Das „Bildzitat“ bietet eine Möglichkeit, Fotos in der Präsentation gratis zu nutzen. Wie bei einen wörtlichen Zitat können Sie auch ein Bild verwenden, um eine Aussage zu untermauern. Das Bildzitat ist nur dann erlaubt, wenn es die eigenen Gedanken und Ansichten zusätzlich unterstützt. Das Bild muss genau und nicht nur thematisch passen. Wenn Sie zum Beispiel unterstreichen wollen, dass Sie die Internetpräsenz eines Kunden (der eigewilligt hat) optimal überarbeitet haben, können Sie z.B. einen Screenshot der Startseite verwenden. Sie dürfen in dem Fall nicht eine ähnliche Seite von einem Konkurrenzunternehmen verwenden, weil es thematisch irgendwie reinpassen könnte. Das bedeutet, Ihre Ausführungen müssen sich auf das konkrete Bild beziehen. Wie bei Wortzitat muss die Quelle angegeben werden, und der Umfang ist einzuschränken. In unserem Fall könnten Sie also einen Screenshot der Startseite des Kunden verwenden, aber nicht Ihre gesamte Präsentation mit Bildern der Homepage schmücken.

2.      Das Einbetten von Videos

Beim Einbetten oder „Framing“ werden Videos in ein Medium, in unserem Fall in eine PowerPoint-Folie, eingebettet. Sie können dann auf der Seite direkt angesehen werden. Der eigentliche Inhalt stammt aber weiter von der Webseite, auf der diese Inhalte hochgeladen wurden, also einem Video-Portal wie YouTube. Wird er dort gelöscht, verschwindet er auch auf den anderen Websites.

Im Juli 2015 hat der BGH ein Grundsatzurteil zum  Thema „Framing“ gefällt. Danach stellt Framing dann keine Verletzung von Urheberrechten dar, wenn der geschützte Inhalt mit Zustimmung des Rechteinhabers im Internet für alle zugänglich ist. In der Praxis lässt sich natürlich schwer beurteilen, ob ein Rechteinhaber ein Video bewusst bei YouTube, Vimeo & Co. hochgeladen hat, oder ob ohne sein Wissen das Video eingestellt wurde. Es bleibt also ein deutliches Restrisiko, das nur mit viel Recherche-Aufwand zu beseitigen ist.

Fazit

Das Nutzen fremder Inhalte für die eigene Präsentation bietet reizvolle Chancen, aber auch große Risiken, wenn das Urheberrecht nicht berücksichtigt wird. Fragen Sie lieber einmal zu oft nach, als Gefahr zu laufen, eine Abmahnung in Höhe von mehreren Tausend Euro zu kassieren!


Portrait_Matthias Garten_weißer HintergrundDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.