Beiträge

Wenn es Ihnen gelingt, Ihren PowerPoint-Vortrag in eine gute Geschichte einzubetten, können Sie den Erfolg Ihrer Präsentation deutlich steigern. Neuropsychologen bestätigen, dass unser Gehirn Botschaften, die in eine gut erzählte Geschichte eingebettet sind, besonders gut aufnehmen. Wie Sie mit der Methode Storytelling für Ihre eigenen Präsentationen richtig verfahren, erläutere ich Ihnen in diesem Blogartikel.

Gut erzählte Geschichte als Hinführung

Wann immer wir eine gut erzählte Geschichte hören, gleichen wir unterbewusst diese Story mit den eigenen Erfahrungen ab. Je besser die Geschichte erzählt wird, desto leichter fällt es, sich in die Handlung hineinzuversetzen. Haben wir das auch schon mal erlebt? Können wir innerlich dazu nicken, weil wir genau so eine Situation auch schon erlebt haben? Oder hören wir ganz neue Dinge, die wir aus eigener Erfahrung nicht kennen? Unser Gehirn hat Spaß daran, sich gedanklich mit spannenden Situationen zu beschäftigen. Nach dem eigenen persönlichen Erleben ist so eine Geschichte, in die man sich mehr oder weniger intensiv hineinversetzen kann, für unser Gehirn eine ebenfalls gute Möglichkeit, etwas zu erfahren. Wir lassen uns gewissermaßen gerne „entführen“.

Beispiel für eine gut erzählte Geschichte

Wie können wir diese Neigung unseres Gehirns für unsere Präsentationen nutzen? Bei einer normalen Präsentation liegt der Fokus in erster Linie auf der Vermittlung von Fakten. Mit Storytelling können wir diese Fakten mit Emotionen anreichern. Stellen Sie sich vor, Sie sollen ein alkoholfreies Bier vor einer Gruppe potenzieller Käufer präsentieren. In Ihrem Foliensatz werden Sie vielleicht Informationen über die hochmodernen Produktionsanlagen bereithalten. Sie weisen eventuell auf die erstklassigen Zutaten hin und auf die hohe fachliche Qualität der Braumeister. Damit sprechen Sie bisher nur den Verstand, die Ratio Ihrer Zuschauer an. Aber Bier, ob nun mit Alkohol oder ohne, hat immer auch etwas Genuss zu tun. Genuss gehört zu den Emotionen. Also könnten Sie mit einer guten Story zusätzlich Emotionen erzeugen.

Sie könnten eine Geschichte darüber erzählen, wie Sie selbst zum ersten Mal mit dem alkoholfreien Bier in Kontakt kamen. Es war ein sehr heißer Tag. Sie waren schon einige Stunden mit dem Leihwagen unterwegs und die Klimaanlage war defekt. Schließlich haben Sie es nicht mehr ausgehalten und den nächsten Kiosk angesteuert. Sie brauchten unbedingt ein kühles Getränk. Leider gab es nur Limo oder alkoholfreies Bier. Die Limo war Ihnen zu süß, und Sie hatten noch nie erlebt, dass alkoholfreies Bier wirklich geschmeckt hat. Aber was für eine Überraschung! Das schmeckt wie richtiges Bier. Aber es war ein herrliches Erlebnis; und Sie haben sich am nächsten Tag einen ganzen Kasten gekauft. Seit diesem Tag trinken Sie eigentlich nichts anderes mehr a…

Ich wette mit Ihnen, dass Ihr Publikum jetzt neugierig auf dieses Bier geworden ist, wenn Sie die Geschichte gut erzählt haben. Das ist der Trick. Mit einer überzeugenden Geschichte können Sie die Emotionen bei Ihren Zuschauern wecken, die Sie für eine überzeugende Präsentation brauchen können. Egal ob es sich um Neugier, Empörung, Sehnsucht, Freude, Begehren, Furcht oder ein anderes Gefühl handeln soll.

Wenn Sie Ihre Präsentation mit einer guten Geschichte verweben, können Sie nicht nur nüchterne Fakten vermitteln, sondern Sie nehmen das Publikum mit auf eine persönliche Fantasiereise. Damit haben Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Publikums. Die Geschichte können Sie vor der eigentlichen Präsentation, sozusagen als Einführung, erzählen. Wirkungsvoller ist die Einbettung der gesamten Präsentation in eine interessante Story. Wir sind alle für eine gut erzählte Geschichte empfänglich, deshalb ist dieses Instrument auch bei allen Zielgruppen erfolgreich einsetzbar.


Portrait von Trainer Matthias Garten - Experte für Präsentationen und PowerPointDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint-Trainings und Präsentationsschulungen inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Metaphern sind ein hochwirksames Stilmittel, um Sachverhalte plastischer darzustellen. Im Kopf der Zuhörer entsteht durch die Metapher ein einprägsames Bild Ihrer Botschaft, das leicht gemerkt werden kann. Ihre Botschaften können dadurch wirkungsvoller übermittelt werden. Das Wort Metapher kommt aus dem Griechischen und bedeutet Übertragung. Metaphern bestehen aus einem Wort oder einer Wortgruppe, die im übertragenen Sinne, also bildhaft eine Information vermittelt.

Wir benutzen in unserem Alltag viel häufiger Metaphern, als uns bewusst ist. Sie sind fester Bestandteil unserer Kommunikation. Die Wirkung der Metaphern hat etwas mit der Funktionsweise unseres Gehirns zu tun. Wir können Informationen, die mit einem Bild verbunden sind, besser erfassen und verarbeiten. Beide Gehirnhälften werden durch Metaphern angesprochen und gewährleisten dadurch eine gute Verankerung im Gedächtnis.

Beispiele für Einwortmetaphern:

Nussschale (kleines Boot)

Rabeneltern (schlechte Eltern)

Wüstenschiff (Kamel)

Warteschlange (Personen warten in einer Reihe)

Kaderschmiede (Ausbildung von Eliten)

Sternstunde (großer Moment)

Beispiele für Metapher-Wortgruppen:

Durch die rosarote Brille sehen (die Realität verklären)

Die Nadel in Heuhaufen (schwer zu finden)

Mauer des Schweigens (keinerlei Auskunft)

Aus allen Wolken fallen (völlig überrascht sein)

Die Kuh von Eis bringen (ein Problem lösen)

Wink mit dem Zaunpfahl (eindeutiger Hinweis)

Nach wirkungsvoller ist die Geschichtenmetapher. Hier werden bildhafte Vergleiche in eine Geschichte verpackt. Sie besteht meistens aus einer längeren Situationsbeschreibung im Vorfeld, der dann die Metapher folgt. Typisch sind dabei Formulierungen wie „das wäre genauso als würden Sie …“, „das ist dasselbe als wenn …“, „das wäre nichts anderes als wenn …“.

Beispiele:

• Im Jahr 1969 landeten die ersten Astronauten auf dem Mond. Noch nie waren Menschen so weit gereist. Beim Flug und der Landung auf dem Erdtrabanten und der sicheren Rückkehr zur Erde half ihnen ein Computer mit 4 Kilobyte Arbeitsspeicher und einem 1,024-MHz-Prozessor. Ein unglaublich mutiges Unterfangen sein Leben so einem schwachen Rechner anzuvertrauen. Wieso haben sich die Astronauten darauf eingelassen? Das wäre genauso, als würde ich zu Ihnen sagen: Steigen Sie in diese Mondrakete; ich habe den Kurs mit meinem Handy berechnet. Und Mobiltelefone sind heute in der Regel leistungsfähiger als der NASA-Rechner von 1969.

• Römische Legionäre mussten bei einem Feldzug wahre körperliche Höchstleistungen erbringen. Die Ausrüstung, die sie tragen mussten, wog rund 30 Kilogramm. Damit mussten sie 35 bis 40 Kilometer am Tag marschieren. Abends mussten sie ihr Lager aufbauen, das heißt einen Graben ausheben und einen Schutzwall mit Palisaden errichten. Am nächsten Tag mussten die Legionäre weiter marschieren oder auf dem Schlachtfeld kämpfen. So konnte das mehrere Wochen gehen. Wissenschaftler haben im Versuch herausgefunden, wie hoch die tägliche körperliche Belastung für den einzelnen Legionär tatsächlich war. Unglaubliche 8.000 bis 10.000 Kalorien hat ein Soldat pro Tag verbraucht. Das wäre so, als müssten Sie einen Ironman laufen. Und zwar jeden Tag.

Wenn Sie Metaphern nutzen, werden Sachverhalte anschaulich. Es entstehen Bilder im Kopf des Zuhörers. Auf diese Weise können ihre Botschaften sehr einprägsam und einleuchtend vermittelt werden. Wenn Sie erzählen, wie viel Hektoliter Frischwasser eine Kläranlage am Tag reinigt, dann kann es sehr gut sein, dass Ihr Publikum mit der Zahl nichts anfangen kann. Wenn Sie aber sagen, das sind täglich xxx Badewannen oder xx Schwimmbäder, dann wird die abstrakte Zahl verständlicher. Das ist zwar streng genommen keine Metapher, aber sein Sinnbild.

Lassen Sie Bilder in den Köpfen des Publikums entstehen, die für besseres Verständnis sorgen. Die Metapher führt auch dazu, dass sich Ihr Publikum intensiver mit Ihrem Thema auseinandersetzt. Um bei den beiden Beispielen oben zu bleiben, versetzten sich die Zuhörer eher in die Rolle der Astronauten oder der Legionäre, wenn Sie die Leistungen richtig verstehen können. Wenn einfach nur die bloßen Fakten aufgezählt werden, ist das oft schwieriger nachzuvollziehen. Der Zuschauer bewegt sich vom passiven Zuhören weg zum aktiven Miterleben, oder zumindest zum Mitdenken. Überlegen Sie bei Ihrer Präsentation genau, wie Sie Ihre Hauptargumente durch passende Metaphern noch stärker machen können.


Präsentations- und PowerPoint-Experte Matthias GartenDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten als der Experte für multimediales Präsentieren und professionelle PowerPoint-Präsentationen weiß um die Kunst der professionellen Foliengestaltung. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 professionelle PowerPoint-Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

„Warum erzählst du mir das?“

„Weil ich eingesehen habe, dass ich dir nur helfen kann, wenn ich dir erzähle, was mir vor vielen Jahren geholfen hat, meinen Weg in der Gesellschaft zu finden. Die Geschichte meines Lehrers, wie er seinen Weg gefunden hat.“

So ähnlich hörte sich der Dialog zwischen einem Werkstattmeister und einem jungen Auszubildenden an, als der Auszubildende zum wiederholten Male zu spät kam und Drohungen und Konsequenzen keine Verhaltensänderung herbeigeführt hatten.

Würden Sie jetzt gerne wissen, wie es weiterging? Was der Werkstattmeister erlebt hat? Ob der Auszubildende von da an pünktlich war? Dann sind Sie mittendrin in der Spannung, die Geschichten bei unseren Gesprächspartnern auslösen.

Sie sind eher skeptisch? Was soll eine Geschichte schon ändern? „Wir sind doch nicht in der Märchenstunde. Bei uns zählen Daten, Zahlen und Fakten. Für Geschichten habe ich keine Zeit. Wir sind hier zum Arbeiten. Ja, so blöd werde ich sein und dir eine Geschichte von mir erzählen, damit du sie dann gegen mich verwenden kannst. Meine Geschichten interessieren niemanden.“

Haben Sie bei einer dieser Aussagen innerlich genickt? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg. Sie lesen trotz Ihrer Skepsis oder Ihrer schlechten Erfahrung immer noch weiter. Dankeschön und herzlichen Glückwunsch.

Nehmen wir diese Aussagen doch als roten Faden, um zu verstehen, weshalb Geschichten Sie noch erfolgreicher machen, egal, ob Sie mit Kunden sprechen, mit Mitarbeitern, mit Kollegen, mit Ihrem Partner zu Hause oder Ihren Kindern. Geschichten sind ein wichtiger Teil einer erfolgreichen Kommunikation mit Menschen, besonders, wenn diese Menschen etwas tun sollen, das wir gerne hätten.

Wir sind doch nicht in der Märchenstunde

Richtig, denn es geht nicht um Märchen, sondern darum, dass Ihre Botschaft in Erinnerung bleibt und Sie durch Ihre persönliche Geschichte eine loyalere Verbindung zu Ihrem Gesprächspartner bekommen.

Nehmen wir an, einer Ihrer Mitarbeiter reagiert oder handelt nicht so, wie Sie sich dies wünschen. Vielleicht ist er nicht motiviert genug in seinem Einsatz. Vielleicht nicht mutig genug, eine neue Aufgabe anzugehen. Nun, mit Regeln, Anweisungen oder gar Drohungen werden Sie hier selten etwas bewegen oder gar ändern. Doch wenn Sie ihr oder ihm eine Geschichte aus Ihrem persönlichen Leben erzählen, dass Sie auch länger gebraucht haben, um zu verstehen, worauf es in der Arbeitswelt ankommt oder wie Sie gescheitert sind, als Sie das erste Mal bei einer Aufgabe über Ihren gewohnten Schatten gesprungen sind, dann macht das Mut und zeigt Ihrem Mitarbeiter, dass sie oder er es auch schaffen kann. Besonders, wenn die Geschichte eben kein Märchen ist, sondern ein Teil Ihrer Menschlichkeit. Das spürt Ihr Gegenüber.

Bei uns zählen Zahlen, Daten und Fakten

… und keine Geschichten. Gerade in Branchen, bei denen es um hochwertige Produkte oder Dienstleistungen geht, herrscht oft das Vorurteil, dass nur die Fakten zählen. Vor einigen Jahren war ich bei einer Großbank als Kunde zur Kundenveranstaltung eingeladen. Es waren mehrere hundert Kunden anwesend. Nach einigen Vorträgen sollte ein Get-together mit Büfett stattfinden. Die ersten drei Redner erzählten viel über Zahlen, Daten und Renditen. Mein Blick in die große Runde zeigte mir, dass die meisten nur noch in ihren Stühlen hingen und so manchem immer wieder verstohlen die Augen zufielen. Wahrscheinlich haben Sie solche Situationen auch schon erlebt. Erfolgreich unterstützt wird die einschläfernde Vorgehensweise durch halbdunkle Räume und kleinbeschriebene PowerPoint-Folien. Alle hofften, dass wir es bald überstanden haben.

Dann trat der vierte Redner ans Rednerpult – nach einigen Sekunden, in denen er nur still dastand, die Zuschauer musterte – begann er im breitesten Wiener Dialekt mit einer Geschichte aus seiner Familie zum Thema „Anlage von Geld“. Damals habe ich zum ersten Mal erlebt, was es heißt, wenn ein hörbarer Ruck durch die Zuschauer geht. Plötzlich saßen alle wieder nach vorn gebeugt da und hingen trotz fortgeschrittener Stunde ganz gebannt an seinen Lippen.

Es mag sein, dass es bei Ihnen im Gespräch mit Ihren Kunden um wichtige Zahlen und Daten geht. Aber am Ende sind es immer Menschen, denen Sie etwas präsentieren. Und Menschen reagieren wie Menschen.

Für Geschichten habe ich keine Zeit …

… ich bin hier bei der Arbeit und unsere Besprechungen dauern sowieso schon zu lange. Da kann ich Sie gut verstehen. Es gibt so Tage, da geht man von einem Meeting zum anderen, während sich das E-Mail-Fach füllt und die To-do-Liste immer länger wird. Am Abend ist man total geschafft und hat dennoch das Gefühl, nichts gemacht zu haben. Eigentlich würde der Arbeitstag laut Aufgabenplanung jetzt erst richtig losgehen. Und jetzt sollen Sie auch noch Geschichten erzählen.

Hand aufs Herz, wie oft haben Sie das Gefühl, immer und immer wieder das Gleiche zu erzählen? Entweder, weil Ihre Mitarbeiter zwar sagen, dass sie zuhören, aber es nie wirklich umsetzten, oder weil Sie den Eindruck haben, dass die Ziele eines Projektes zwar klar definiert sind, jedoch jeder an einem anderen Strang zieht und vieles doppelt und dreifach gemacht wird. Weil keiner versteht, was sein Gegenüber wirklich braucht.

Den anderen zu verstehen und den tatsächlichen Bedürfnissen der Situation entsprechend zu handeln, ist nicht einfach. Als ich diese Situation in meiner eigenen Firma einmal meistern musste, da meine Mitarbeiter nicht verstanden, welche Erwartungen unser Kunde an das beauftragte Projekt hatte und dass dabei der Dienst nach Vorgaben nicht die Lösung bot, weil stattdessen emotionale Intelligenz erforderlich war, habe ich meinen Mitarbeitern folgende Geschichte erzählt.

Als meine Kinder in dem Alter waren, in dem sie regelmäßig Taschengeld bekamen, kam es immer wieder vor, dass der vereinbarte Betrag bereits vor dem Ende des Monats oder der Woche ausgegeben war. Dann kamen die Kinder und fragten nach mehr. Dummerweise gab ich die dümmste Antwort, die man Kindern geben kann: „Ich habe kein Geld mehr.“ Und prompt kam die Retourkutsche: „Du brauchst ja nur zum Geldautomaten zu gehen und neues zu holen.“ Sie hatten das oft genug beobachtet. Sprüche wie: „Geld muss man erst verdienen, damit da was aus dem Automaten kommt“, kann man sich als Elternteil in dieser Situation sparen. Das ist genauso sinnlos wie: „Ich habe kein Geld.“ Also bekamen alle drei ein Taschengeldkonto (6, 8 und 10 Jahre alt). Mit einer Reihe von vernünftigen Ermahnungen und einer Kontokarte begann das Abenteuer „Taschengeld aus dem EC-Automaten holen“. Was zwei- oder dreimal gut klappte, bis zu dem Moment, an dem der Automat kein Geld mehr hergab, weil eben das Taschengeld ausgegeben war, aber der Monat noch nicht zu Ende. Jetzt verstanden sie, was es bedeutet, wenn der Geldautomat kein Geld mehr hergibt und der nächste Erste abzuwarten ist.

Ich fragte meine Mitarbeiter, was ich tun muss, damit sie nachfühlen konnten, was unser Kunde braucht, unabhängig davon, wie die Regeln zur Aufgabenlösung lauteten. Es war eine sehr ergiebige Besprechung mit vielen umsetzbaren Vorschlägen aus den Reihen der Mitarbeiter, die anschießend wirklich angewendet wurden. Unsere Besprechungen reduzierten sich messbar. Welche Geschichte brauchen Sie, um Ihre Besprechungen effizienter zu gestalten?

Man wird angreifbar durch persönliche Geschichten

Ehrlich? Ja, die Gefahr besteht. Deswegen entscheiden Sie klug, welche Geschichte für welchen Anlass passt. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Auswirkungen des Erlebten bereits verarbeitet haben. Zum Beispiel bei der Geschichte, die wir oben angesprochen haben. Wenn Sie erzählen, wie Sie am Beginn Ihres Berufslebens scheiterten, weil Sie mutig etwas angepackt haben. Wenn Ihnen bei dem Gedanken daran immer noch ganz übel wird oder der Schweiß ausbricht, ist diese Geschichte noch nicht geeignet. Suchen Sie dann eine Geschichte, mit der Sie sich bereits innerlich versöhnt haben, bei der sich Rückblickend vielleicht sogar ein kleines Lächeln einschleicht. Seien Sie dabei nicht päpstlicher als der Papst. Das heißt, Sie haben das Recht, Ihre Geschichte zu gestalten. Es reicht, wenn Sie von zwei Versuchen erzählen, Sie müssen nicht alle fünf erwähnen. Es reicht, wenn Sie sagen, dass Sie ganz verzweifelt waren, Sie müssen nicht erzählen, dass Sie drei Nächte durchgeweint haben. Es reicht, wenn Sie sagen, Sie haben die Tür zugeknallt, Sie müssen nicht erzählen, dass Sie sie eingeschlagen haben.

Manche Geschichten gewinnen besonders, wenn sie auf das Wesentliche gekürzt werden. Starten Sie bei Ihrer Geschichte immer mittendrin. Setting-Informationen, wie Alter, Datum, Ort des Geschehen und/oder Anwesende, können in den meisten Fällen in einem Satz zusammengefasst werden und dann machen Sie mit dem Punkt weiter, um den es in der Geschichte tatsächlich geht. Zum Beispiel: „Ich war Anfang 20, alleinerziehend und es war mein erster Job als Telefonverkäuferin.“ Anstatt zu erzählen: „Ich kann mich noch genau erinnern, es war ein sanfter Frühlingsanfang, ich hatte gerade von einer Aufgabe als Sachbearbeiterin bei der Firma XYZ, bei der ich drei Jahre als Mutterschutzvertreterin war, in eine neue Firma gewechselt. Diese Firma hatte ich durch Zufall gefunden …“ Das braucht manchmal etwas Übung. Wenn Sie die Gelegenheit haben, Ihre Geschichte strategisch zu planen, dann kann es helfen, sie aufzuschreiben und alle Sätze, besonders am Anfang, zu streichen, die nicht notwendig sind, um den Punkt, um den es geht, zu verstehen.

Erzählen Sie die Geschichte einer Person Ihres Vertrauens und reiferen Jahrgangs und klären Sie, was Sie zum besseren Verständnis streichen können und welche Wirkung die eine oder andere „nackte“ Wahrheit hat. Die meisten Menschen haben ein gutes Bauchgefühl, was passend ist und was nicht.

Meine Geschichten interessieren niemanden …

… ich habe nichts „Großes“ erlebt. Meine Erlebnisse hat doch jeder und sie sind nichts Besonderes. Die gute Nachricht ist, dass es im Leben nicht immer um die großen übermenschlichen Ereignisse geht, sondern um die kleinen alltagstauglichen Begebenheiten.

Vor einiger Zeit habe ich einen Vortrag von Sir Richard Branson gehört, über seinen Weg zum Erfolg und wie er auch heute noch von einem Superlativ zum nächsten durchstartet. Anschließend erzählte Nathan Blecharczyk die Gründergeschichte von Airbnb. Als ich später die beiden Geschichten reflektierte, kam mir die Geschichte von Sir Richard Branson wie ein Urlaub auf Hawaii vor. Da fliegt man hin, ist hin und weg, begeistert, fasziniert und dann geht es wieder zurück nach Hause in den Alltag. Es gab nicht wirklich konkrete Punkte, die ich in meinem Leben hätte umsetzen können. Die Geschichte von Nathan Blecharczyk dagegen inspirierte mich, einige Punkte in meinem eigenen Marketing zu verändern, außerdem setzte sie bei mir einen Samen für einen neuen Traum und sie gab mir die Motivation und einen mentalen Tritt in den Hintern, eine langgehegte Idee endlich umzusetzen. Geschichten haben immer eine Wirkung, manchmal als Blitzlicht, manchmal mit langanhaltender Wirkung und Inspiration.

Das gilt auch für Ihre Geschichten, egal, wie alltäglich sie Ihnen erscheinen. Wenn die Botschaft für die Situation passt, wenn Ihr Gegenüber sich mit der Geschichte identifizieren kann und wenn sie umsetzbare Punkte enthält, ist sie genau die richtige Geschichte.

Sammeln Sie Geschichten aus Ihrem gelebten Alltag. Erzählen Sie diese Geschichten, nicht um des Erzählens willen, sondern weil sie eine Metapher oder ein Bild oder eine Erfahrung enthält, die Ihrem Kunden, Ihrem Mitarbeiter oder jedem anderem Zuhörer hilft, sein Leben ein Stückchen erfolgreicher zu machen. Denn dadurch werden auch Sie noch ein Stückchen erfolgreicher.

Und ja, der Auszubildende vom Anfang dieses Artikels kam von da an pünktlich!


Keynote-Speakerin Gaby S. Graupner über das erfolgreiche Erzählen von GeschichtenSeit 18 Jahren unterstützt Gaby S. Graupner Kunden als Keynote-Speakerin und Trainerin, erfolgreicher im Leben und im Vertrieb zu werden. Auf ihrem Weg hat sie Hilfe bei vielen Experten gefunden und die fundierten Ratschläge und Erkenntnisse einem Praxistest unterzogen. Sie ist die einzige Rednerin im deutschsprachigen Raum, die das Format „Stand-up-Vortrag“ einsetzt. Dabei führt sie mit einigen Impulsminuten in das Thema ein und fordert dann die Teilnehmer auf, ihr Fragen, Stichwörter oder Halbsätze zuzurufen. Im Gegenzug verspricht sie den Teilnehmern eine zu den genannten Stichwörtern passende Geschichte aus ihrem Leben, inklusive drei Tipps, wie man mit einer solchen Situation am besten umgeht. Die erzählten Geschichten sind auch immer auf den generellen Themenkontext des Vortrages abgestimmt. Als Präsidentin der German Speakers Association verhalf sie ihren Berufskollegen zu einer engeren Vernetzung untereinander und warb für ein klareres Bewusstsein für Ethik und Werte. Mit ihrem Vortragsthema: „Springen Sie über Ihren Schatten – Alles andere sind Ausreden!“ zeigt sie ihren Zuhörern, wie sie die eigenen Stärken so einsetzen, um anspruchsvolle Lebenslagen erfolgreich meistern und bringt alle Techniken der positiven Kommunikation auf den Punkt.

Mehr Information finden Sie auf www.gabysgraupner.de.

Sie möchten Gaby S. Graupner live erleben, Tipps rund ums Thema Storytelling von ihr aus erster Hand erhalten, dann buchen Sie Ihr Ticket für den Presentation Rocket Day am 10.11.2017. Hier geht es zur Anmeldung.

Storytelling – eine altbewährte Methode

Wenn Sie in Ihrer Präsentation einfach nackte Zahlen und Fakten aufzählen, laufen Sie Gefahr, dass Ihr Publikum irgendwann abschaltet. Gelingt es Ihnen jedoch die Inhalte Ihrer PowerPoint-Präsentation in eine interessante Geschichte einzubetten, haben Sie große Chancen, dass die Zuhörer an Ihren Lippen hängen.Die Kunst, die Geschichte hinter den Fakten zu finden und zu erzählen, nennt man Storytelling.

Menschen lieben gute Geschichten. Das war an den Lagerfeuern der Steinzeit nicht anders als bei den aktuellen Bestseller-Listen der großen Verlage. Und wir wissen alle, was eine gute Geschichte ausmacht. Spätestens wenn wir uns durch einen langweiligen Roman gekämpft oder uns über einen schlechten Spielfilm geärgert haben, ist uns klar, wie es nicht funktioniert. Wenn der Inhalt unglaubwürdig, die Charaktere blass und die Handlung verworren ist, verlieren wir schnell die Lust.

Die Geschichte muss uns emotional fesseln, nachvollziehbar sein und einen Spannungsbogen haben. Obwohl das alles irgendwie klar ist, stellt es doch eine große Herausforderung dar, einen echten Bestseller zu schreiben. Ganz so einfach ist es eben leider nicht. Sollte man sich mit dem Thema Storytelling dann überhaupt weiter beschäftigen oder ist das nur der Job von Schriftstellern, Journalisten und Drehbuchautoren? Braucht man guten Geschichten für eine Präsentation?

Ja. Denn für eine gute Geschichte sprechen so viele Punkte. Gute Geschichten:

* stimulieren weit mehr Gehirnbereiche als reine Fakten
* erwecken mehr Aufmerksamkeit
* regen zum Mitdenken an
* stellen eine emotionale Verbindung zum Leser/Zuhörer her
* verleihen einem Sachverhalt Bedeutung und Sinn
* binden den Zuhörer/Leser ein und lassen ihn mitdenken und mitfühlen
* sind unterhaltsam
* lassen schwere Sachverhalte verständlicher erscheinen
* stimulieren die eigene Fantasie
* werden besser im Gehirn abgespeichert als die reine Information
* werden gerne weiter erzählt.

Das moderne Marketing hat den Verkauf von Produkten über gute Geschichten, also über das Storytelling, längst für sich entdeckt. Es ist nicht einfach nur eine weitere Werbeform. Geschichten liegen uns Menschen einfach im Blut und entfalten eine viel stärkere Wirkung als die Aufzählung von reinen Verkaufsargumenten.

Im zweiten Teil zum Thema Storytelling geben wir Ihnen Fragen an die Hand, mit deren Hilfe Sie in jedem Fall zu Ihrer Geschichte kommen.

Beitragsfoto: „WinterSonnenWende 2008, Löbejün“ by Oleg Brokov, available under a Creative Commons Attribution-No Derivative Works 2.0 license


Matthias Garten bietet vom PowerPoint-Training über Beratung bis hin zum VortragDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.