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Wenn es Ihnen gelingt, Ihren PowerPoint-Vortrag in eine gute Geschichte einzubetten, können Sie den Erfolg Ihrer Präsentation deutlich steigern. Neuropsychologen bestätigen, dass unser Gehirn Botschaften, die in eine gut erzählte Geschichte eingebettet sind, besonders gut aufnehmen. Wie Sie mit der Methode Storytelling für Ihre eigenen Präsentationen richtig verfahren, erläutere ich Ihnen in diesem Blogartikel.

Gut erzählte Geschichte als Hinführung

Wann immer wir eine gut erzählte Geschichte hören, gleichen wir unterbewusst diese Story mit den eigenen Erfahrungen ab. Je besser die Geschichte erzählt wird, desto leichter fällt es, sich in die Handlung hineinzuversetzen. Haben wir das auch schon mal erlebt? Können wir innerlich dazu nicken, weil wir genau so eine Situation auch schon erlebt haben? Oder hören wir ganz neue Dinge, die wir aus eigener Erfahrung nicht kennen? Unser Gehirn hat Spaß daran, sich gedanklich mit spannenden Situationen zu beschäftigen. Nach dem eigenen persönlichen Erleben ist so eine Geschichte, in die man sich mehr oder weniger intensiv hineinversetzen kann, für unser Gehirn eine ebenfalls gute Möglichkeit, etwas zu erfahren. Wir lassen uns gewissermaßen gerne „entführen“.

Beispiel für eine gut erzählte Geschichte

Wie können wir diese Neigung unseres Gehirns für unsere Präsentationen nutzen? Bei einer normalen Präsentation liegt der Fokus in erster Linie auf der Vermittlung von Fakten. Mit Storytelling können wir diese Fakten mit Emotionen anreichern. Stellen Sie sich vor, Sie sollen ein alkoholfreies Bier vor einer Gruppe potenzieller Käufer präsentieren. In Ihrem Foliensatz werden Sie vielleicht Informationen über die hochmodernen Produktionsanlagen bereithalten. Sie weisen eventuell auf die erstklassigen Zutaten hin und auf die hohe fachliche Qualität der Braumeister. Damit sprechen Sie bisher nur den Verstand, die Ratio Ihrer Zuschauer an. Aber Bier, ob nun mit Alkohol oder ohne, hat immer auch etwas Genuss zu tun. Genuss gehört zu den Emotionen. Also könnten Sie mit einer guten Story zusätzlich Emotionen erzeugen.

Sie könnten eine Geschichte darüber erzählen, wie Sie selbst zum ersten Mal mit dem alkoholfreien Bier in Kontakt kamen. Es war ein sehr heißer Tag. Sie waren schon einige Stunden mit dem Leihwagen unterwegs und die Klimaanlage war defekt. Schließlich haben Sie es nicht mehr ausgehalten und den nächsten Kiosk angesteuert. Sie brauchten unbedingt ein kühles Getränk. Leider gab es nur Limo oder alkoholfreies Bier. Die Limo war Ihnen zu süß, und Sie hatten noch nie erlebt, dass alkoholfreies Bier wirklich geschmeckt hat. Aber was für eine Überraschung! Das schmeckt wie richtiges Bier. Aber es war ein herrliches Erlebnis; und Sie haben sich am nächsten Tag einen ganzen Kasten gekauft. Seit diesem Tag trinken Sie eigentlich nichts anderes mehr a…

Ich wette mit Ihnen, dass Ihr Publikum jetzt neugierig auf dieses Bier geworden ist, wenn Sie die Geschichte gut erzählt haben. Das ist der Trick. Mit einer überzeugenden Geschichte können Sie die Emotionen bei Ihren Zuschauern wecken, die Sie für eine überzeugende Präsentation brauchen können. Egal ob es sich um Neugier, Empörung, Sehnsucht, Freude, Begehren, Furcht oder ein anderes Gefühl handeln soll.

Wenn Sie Ihre Präsentation mit einer guten Geschichte verweben, können Sie nicht nur nüchterne Fakten vermitteln, sondern Sie nehmen das Publikum mit auf eine persönliche Fantasiereise. Damit haben Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Publikums. Die Geschichte können Sie vor der eigentlichen Präsentation, sozusagen als Einführung, erzählen. Wirkungsvoller ist die Einbettung der gesamten Präsentation in eine interessante Story. Wir sind alle für eine gut erzählte Geschichte empfänglich, deshalb ist dieses Instrument auch bei allen Zielgruppen erfolgreich einsetzbar.


Portrait von Trainer Matthias Garten - Experte für Präsentationen und PowerPointDipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint-Trainings und Präsentationsschulungen inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

Emotionen bewegen Ihre Zuhörer in die gewünschte Richtung

Können Sie sich noch daran erinnern, wann Sie zuletzt von einem Spielfilm so richtig gefesselt waren? Was hat Sie damals in den Bann gezogen? Waren es eindrucksvolle 3-D-Bilder wie in „Avatar“? Oder waren es starke Gefühle, die der Film in Ihnen ausgelöst hat?

Vielleicht war es das Mitfiebern mit den Hauptdarstellern bei ihren Abenteuern, das Mitfühlen in einem Drama oder auch das hemmungslose Lachen in einer Komödie. Praktisch immer vorhanden sind Spannungsmomente und die Neugierde, wie die Geschichte nun weitergeht. Egal welcher Film Ihnen nun gerade durch den Kopf geht, ganz gewiss wurden Sie nicht durch einen Schauspieler beeindruckt, der vor einer weißen Leinwand uninspiriert seine Texte abgelesen hat.

Was für gute Spielfilme gilt, ist auch auf gute Präsentationen übertragbar.

Wenn es Ihnen nicht gelingt bei Ihren Zuhörern Emotionen und Neugierde zu erwecken, werden Sie nur wenig Aufmerksamkeit und damit wenig Wirkung erzielen.

Doch welche Emotionen sollen während eines Vortages erzeugt werden und vor allem: wie? Ist es egal, ob die Zuschauer nun angenehm oder unangenehm berührt werden, oder sollten es grundsätzlich nur gute Gefühle sein? Welche Emotionen sind am besten? Hier kommt es natürlich auf die Zielgruppe und den Anlass an. Wenn Sie vor der Belegschaft einer Firma sprechen, die von der Insolvenz bedroht ist, wäre es sicher nicht zielführend, Ihren Vortrag besonders witzig zu präsentieren. Genauso unpassend ist das Schüren von Zukunftsängsten, wenn Sie mit Ihrem Vortrag ein riskantes Investment verkaufen wollen. Meistens wird ein Referent versuchen eine Mischung verschiedener Gefühle bei seinem Publikum auszulösen, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.

Gibt es langweilige Themen?

Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen Statusbericht über ein kleines Projekt Ihrer Abteilung in PowerPoint erstellen. Wahrscheinlich geht es dabei um die Einhaltung der Zeitplanung, aufgetretene Probleme, die aktuelle Arbeitsbelastung im Projektteam usw. Das klingt wirklich nicht spannend. Doch bedenken Sie, wenn Sie das Thema langweilt, wird sich das auf Ihre Präsentation übertragen. Sie werden in diesem Fall fast zwangsläufig Ihr Publikum langweilen. Es ist also wichtig, einen positiven Zugang zu den Themen zu finden, die Sie präsentieren wollen. Fragen Sie sich daher, was Sie an dem Thema oder Projekt vielleicht motivieren und begeistern könnte. Ist es die technische Herausforderung, der Moment, in dem Sie den Abschluss feiern oder die Anerkennung, die Sie für Ihre und die Leistung Ihres Teams bekommen? Nur wenn Sie selbst Gefühle entwickeln, können Sie auch Gefühle bei anderen auslösen. Versuchen Sie Ihre eigenen positiven Emotionen auf Ihr Auditorium zu übertragen. Dies lässt sich auch in einem Präsentationstraining üben.

Doch das, was Sie selbst spüren, kommt natürlich nicht automatisch beim Gegenüber an. Nur wenn Sie wirklich alle Mittel der Kommunikation einsetzen, können Sie Emotionen zu Ihrem Auditorium transportieren.

Welche Instrumente stehen Ihnen für das Erzeugen von Emotionen zur Verfügung?

die eigene Stimme

die Körpersprache

eine bildhafte Wortwahl

die Fähigkeit, eine gute Geschichte zu erzählen

Grafiken, Bilder, Animationen, Videoclips

Bauen Sie einen Spannungsbogen auf!

In allen guten Krimis oder Abenteuerfilmen wird die Spannung langsam aber stetig aufgebaut. Es wäre undenkbar, dass der Kommissar den Schurken nach fünf Minuten überführt und danach nur noch darüber sinniert, wie erfolgreich er doch war. Der Zuschauer will möglichst lange in diesem Gefühl der Spannung gehalten werden. Dieser Nervenkitzel ist also wichtig. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, dass Sie bereits in Ihrer Einführung eine Spannung erzeugen und möglichst lange aufrechterhalten. Wenn Sie schon auf der ersten Folie das Endergebnis vorstellen, wird es sehr schwierig, das Aufmerksamkeit Ihrer Zuschauer dauerhaft zu erhalten.

Sie erwecken die Emotionen Ihres Publikums also durch Spannung, Neugierde und eine gute Story. Eine Geschichte erzeugt Bilder, und Bilder erzeugen wiederum Emotionen. Bilder entstehen, indem Sie

– tatsächlich Bilder in Ihrer Präsentation zeigen

– Bilder in der Fantasie Ihrer Zuhörer entstehen lassen (Kopfkino)

– Durch Stimme und Körpersprache Gefühle ausdrücken

Emotionen sind der schnellste und effizienteste Weg zum Publikum. Selbst sehr nüchterne, kopflastige Zuhörer lassen sich meistens zu Gefühlen und inneren Bildern animieren.


Dipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten ist der Experte für multimediales Präsentieren. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und des Presentation Rocket Day. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 15.000 Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.