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visuelle Rhetorik- so reißen Sie das Denken Ihrer Zuschauer aus der Routine

Visuelle Rhetorik: So reissen Sie das Denken Ihres Publikums aus der Routine  

By | Februar 14, 2017

Visuelle Rhetorik für mehr Nachhaltigkeit

Wenn Sie mit Ihrer PowerPoint-Präsentation erfolgreich sein wollen und vielleicht sogar einen bleibenden Eindruck hinterlassen möchten, dann müssen Ihr Vortrag und ihre Folien etwas bieten, das sich wirklich einprägt. Wenn Sie während Ihrer Rede Bilder entstehen lassen (entweder in der Fantasie Ihrer Zuhörer oder konkret auf Ihren Folien), haben Sie eine gute Chance, dass diese Bilder beim Publikum hängen bleiben und sich einprägen. Man nennt das visuelle Rhetorik. Wie Sie diese für sich nutzen, erläutere ich Ihnen im Blogartikel.

Dabei geht es letztlich darum, bekannte Denkschemen zu durchbrechen und das Gehirn der Zuschauer aus der Routine herauszureißen. Entscheidend für den Erfolg ist, dass die Zielgruppe den Stilbruch noch erkennen und zuordnen, also dekodieren kann.

Wenn man visuelle Rhetorik auf der Wortebene einsetzt, nutzt man das Ersetzten, Auslassen oder Vertauschen von Buchstaben oder das bewusste Falschschreiben von Wörtern, um Aufmerksamkeit zu erzielen.

Beispiele:
Ein Restaurant hat auf seiner Saisonkarte Gänsegerichte mit der Überschrift „Gans lecker“ beworben.
Ein Seehotel hat sein Angebot mit der Überschrift „Seen.Sucht“ beworben.

Auf der Textebene geht es häufig um doppeldeutige Wortspiele, die eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Beispiele:
Ein Mercedes-Sportwagen wurde beispielsweise mit der Überschrift „jetzt den Traum wagen“ beworben.
Ein Szene-Bar nannte sich „Bar jeder Vernunft“.

Bei der Bildgestaltung werden häufig Analogien hergestellt, um Botschaften zu vermitteln. Um zum Beispiel den Team-Gedanken zu verdeutlichen, werden oft Bilder einer Segel-Regatta mit der aufeinander abgestimmt arbeitenden Mannschaft verwendet. Ebenfalls sehr beliebt sind Fotos von Marathon-Läufern oder Sprintern, deren Spezialgebiete (Ausdauer oder Schnelligkeit) gerne auf die Geschäftswelt übertragen werden. Auch Dinge, die zusammenpassen (Topf und Deckel) oder eben nicht (Ziegenbock und Gemüsegarten, also Bock und Gärtner), können genutzt werden, um Botschaften zu verstärken.

Diese visuellen Gestaltungsmöglichkeiten können Sie nutzen, um Ihre Folien interessanter zu gestalten, Slogans oder Brands etwas mehr Pepp zu verleihen oder eine interessante Überschrift für Ihr Präsentationsthema zu finden.

Aber auch für Ihren Vortrag können Sie innere Bilder beim Publikum entstehen lassen, indem Sie in Bildern sprechen. Nutzen Sie Metaphern, um Dinge plastisch zu beschreiben!

 

Visuelle Rhetorik: Metaphern

Beim Stilmittel der Metaphern wird ein Begriff durch einen anderen, aus einem anderen Bereich angesiedelten Begriff ersetzt, um ihn plastisch zu beschreiben. Sie benutzen einen Begriff, der den meisten Menschen bekannt ist, um so einen anderen treffend zu charakterisieren.

Beispiele:
Sie könnten zum Beispiel sagen, dass Ihr Produkt der „Rolls Royce“ in der Branche ist. Jedem ist sofort klar, was Sie damit meinen. Es entsteht sofort im Gehirn Ihres Publikums ein Bild von Hochwertigkeit und Präzision, obwohl Sie nur eine Automarke genannt haben.
Sie bezeichnen eine Person als den „Steve Jobs“ in seinem Fach. Jedem ist sofort klar, dass Sie damit ein innovatives Genie beschreiben wollen.

 

Visuelle Rhetorik: Analogien

Nutzen Sie Analogien!
Bei Analogien werden Verbindungen zu unterschiedlichen Sachverhalten hergestellt, die aber ähnliche Strukturen besitzen.

Beispiele:
Wenn Sie deutlich machen wollen, warum die zusätzlichen eingestellten Geschäftsführer mehr Verwirrung als Ordnung in ein Unternehmen gebracht haben, sagen Sie einfach „zu viele Köche verderben den Brei.“
Sie möchten eine Körperlotion vorstellen und sagen, man bekäme durch den Gebrauch eine Haut „wie Samt und Seide“.

 

Visuelle Rhetorik: Allusionen

Nutzen Sie Allusionen!
Allusionen sind einfach gesagt Anspielungen auf Zitate, die z.B. aus bekannten Büchern oder Filmen stammen.

Beispiele:
Wenn Sie zeigen wollen, dass Sie sich mit den schwarzen Schafen im Telefonmarketing auskennen, könnten Sie sagen „ich kenne doch meine Pappenheimer“ (Wallenstein).
Wenn Sie deutlich machen wollen, dass Sie ein besonders erfolgreiches Geschäft abgeschlossen haben, könnten Sie scherzhaft sagen „die Macht war mit mir“ (Krieg der Sterne).

Möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass die Vorstände der Bank XY unverschämt viele Boni einkassiert haben, beenden Sie vielleicht Ihre Erläuterung mit der Bemerkung „Man gönnt sich ja sonst nichts“ (Malteser Aquavit Werbung).

 

Fazit

Wichtig ist dabei im Vorfeld richtig einzuschätzen, wer im Publikum sitzt und welche Zitate wohl richtig erkannt werden. Grundsätzlich geht es bei all diesen Beispielen für visuelle Rhetorik darum, innere Bilder beim Publikum zu erzeugen. Die Wissenschaft hat längst erkannt, dass wir Informationen in Form von Bildern besonders gut verarbeiten und abspeichern können. Deshalb nutzen Sie jede Gelegenheit, während Ihrer Präsentation Bilder in den Köpfen Ihrer Zuschauer zu formen.

Beitragsbild: © Depositphotos.com/lightsource


Dipl.-Wirtsch.-Informatiker Matthias Garten als der Experte für multimediales Präsentieren und professionelle PowerPoint-Präsentationen weiß um die Kunst der professionellen Foliengestaltung. Er ist Unternehmer, Speaker (TOP 100 Speaker), Trainer (TOP 100 Excellence Trainer), mehrfacher Buchautor, Präsentationscoach (Präsentationstraining), Mitglied der GSA und des Clubs 55, Organisator der Präsentationskonferenz, des Presentation-Bootcamps und Presentation Rocket Days. Neben PowerPoint- und Präsentationstrainings inspiriert und berät er Unternehmen, sich noch wirkungsvoller zu präsentieren und sich so von Mitbewerbern abzuheben. Er ist Geschäftsinhaber der Präsentations- und PowerPoint-Agentur smavicon Best Business Presentations und hat mit seinem Team seit 1993 über 10.000 professionelle PowerPoint-Präsentationen für über 150 Branchen erstellt.

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