Schaffen Sie sich beim Präsentieren ein Prominenz-Volumen (von Peter Mohr)

Vortragsredner

Die meisten gewohnten alltäglichen Situationen sind sogenannte „One-To-One-Situationen“. Bei diesen One-To-One-Situationen kommunizieren wir im Dialog mit einzelnen oder wenigen Kommunikationspartnern im wechselnden und symmetrischen Ping-Pong-Dialog. Jedes Gespräch in der Familie oder mit einem Kunden ist eine typische One-To-One-Kommunikationssituation.

Wenn wir dagegen vor Publikum vortragen, reden oder präsentieren, befinden wir uns eher in einer sogenannten „One-To-Many-Situation“. Hierbei stehen wir als einzelne Person eine gewisse Zeit lang zentral vor einem erwartungsvollen Publikum und stellen eine Idee, ein Konzept oder ein Produkt dar. Dabei ist der Präsentator als „Redender“ definiert und die Zuhörer sind als „Zuhörende“ definiert. Die Kommunikation ist daher eher asymmetrisch angelegt. Diese Asymmetrie (die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann) muss sein – sonst wäre es keine Präsentation, sondern „nur“ ein geleitetes Meeting oder eine Moderation.

Die One-To-Many-Asymmetrie lässt den Präsentator – ob er will oder nicht – in eine gewisse „Prominenz“ rutschen. Der Begriff „Prominenz“ kommt vom lateinischen „prominere“ und bedeutet so viel wie „herausragen“ oder „hervorragen“. Und der Präsentator ist – ob er will oder nicht – in seiner zentralen Rolle immer aus dem Kreis der im Raum anwesenden Menschen hervorragend.
Denn:

• Er steht – die anderen sitzen.

• Er bewegt sich viel – die anderen bewegen sich kaum.

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• Er spricht – die anderen hören.

• Er schaut alle anderen an – die anderen schauen fast nur ihn an.

• Er hat Medien zur Verfügung – die anderen nicht.

Diese Prominenz muss der Präsentator aber auch für sich annehmen und durch ein angemessenes Verhalten repräsentieren – sonst verliert er seine Performance als Präsentator. Denn das Publikum erwartet, dass der Präsentator die Prominenz annimmt und auch in einem gewissen Sinne zelebriert.

Es gibt hierzu 3 Volumen-Bereiche, in denen der Präsentator ein Art „Volumen“ aufbauen kann und soll, um dadurch eine gewisse Prominenz auszustrahlen.

1. Volumen-Bereich: Lautstärke-Volumen

Ein Präsentator, der durchweg zu leise spricht, nimmt sich dadurch deutlich Lautstärke-Volumen und damit Wirk- und Sendungskraft vor dem Publikum. Daher ist es wichtig, das Lautstärke-Volumen des eigenen Präsentationsauftritts der damit verbundenen Prominenz und Zentralität anzupassen. Im Zweifelsfall sollte man lieber eine Nuance zu laut sprechen als eine Nuance zu leise.

Wenn man als Präsentator selbst das Gefühl hat, dass man gerade minimal zu laut spricht, dann passt das Lautstärke-Volumen meistens recht gut.
Man muss auch aufpassen, dass man nicht am Ende der Sätze leiser wird. Dies kommt häufig vor und senkt ganz subtil die gesamt Wichtigkeit der eigenen Aussagen.

Prominent-Sein heißt daher auch: Lautstärke-Volumen zelebrieren und nutzen.

2. Volumen-Bereich: Zeit-Volumen

Ein Präsentator, der sehr hektisch und gehetzt vor dem Publikum auftritt, nimmt sich dadurch Wirk- und Sendungskraft vor dem Publikum. Solch ein Präsentator scheint sich nicht wichtig genug zu sein, um mit seinen Gedanken dem Publikum auch bewusst etwas Zeit-Volumen zu kosten.

Wer gute Gedanken und Konzepte hat und davon überzeugt ist, der darf sich für deren Darstellung auch Zeit-Volumen nehmen – so sollte man sich zumindest beim Auftritt vor dem Publikum fühlen. Das Publikum muss deutlich spüren, dass der Präsentator das Zeit-Zepter in der Hand hat und auch bewusst nutzt.

• Man sollte also vermeiden zu schnell zu sprechen oder ohne deutliche Wirk-Pausen zu sprechen.

• Auch sollte sich der Präsentator nicht allzu schnell bzw. gehetzt im Raum zu bewegen.

• Genauso sollte der Präsentator nicht zu schnell mit seinem Blickkontakt zwischen den einzelnen Zuschauern hin und her springen.

• Ebenfalls nimmt eine zu schnelle Gestik sehr viel Wirkkraft, wenn man sie nicht nachwirken lässt.

• Umgekehrt kann man als Präsentator kaum mehr Prominenz aufbauen, wie wenn man beim Präsentieren mal eine so lange Pause macht, dass diese dem Publikum schon ein kleines bisschen weh tut. Probieren Sie es aus: Machen Sie mal zwischen 2 Sätzen eine Pause von 7 Sekunden – und Sie werden spüren, welche Zentralität und Prominenz Sie damit vor dem Publikum gewinnen.

Prominent-Sein heißt daher auch: Zeit-Volumen zelebrieren und nutzen.

3. Volumen-Bereich: Raum-Volumen

Ein Präsentator, der zu wenig Platz im Raum einnimmt, nimmt sich dadurch Wirkkraft und Sendungskraft vor dem Publikum. Sie als Präsentator sind die zentrale Person. Daher gehören der Raum und vor allem die Bühne Ihnen und Ihrem Auftritt.

• Ein Präsentator, der beispielsweise permanent mit einem zu engen Stand vor dem Publikum steht, verliert dadurch Standing und Prominenz in seiner Wirkung.

• Ein Präsentator, der über sehr lange Zeit auf dem gleichen Platz stehen bleibt, ohne seinen Raum zu nutzen, verliert dadurch Sendungskraft.

• Oder wenn ein Präsentator beispielsweise zu enge Gestik (nur kurz vor dem Bauch) macht, vergibt er sich dadurch auch sehr viel Prominenz.

• Oft wird eine zu enge Gestik auch mit einer zu schnellen Gestik kombiniert – dadurch verliert der Präsentator gleich doppelt an Prominenz-Volumen:  Raum-Volumen (zu eng) und Zeit-Volumen (zu schnell).

Man kann aber gerade umgekehrt besonders das Raum-Volumen und das Zeit-Volumen sehr schön miteinander koppeln, indem man Gestik nicht nur räumlich etwas weiter macht, sondern diese auch zeitlich etwas länger im Raum „stehen lässt“.

Prominent-Sein heißt daher auch: Raum-Volumen zelebrieren und nutzen.

 

Fazit:

Alle 3 Volumen-Bereiche (Lautstärke-Volumen + Zeit-Volumen + Raum-Volumen) tragen ganz wesentlich zur Wirkung des Präsentators als Prominenz vor seinem Publikum bei. Aufgrund meiner Erfahrung aus mehr als 1000 Präsentations-Trainings und Präsentations-Supervisionen kann ich guten Gewissens sagen, dass man als Präsentator auch kaum Angst haben muss, dass man diese Volumen-Bereiche übertreibt.


Peter Mohr ist Diplom-Pädagoge für Erwachsenen-Pädagogik. Bis 1995 arbeitete er als Luftwaffen-Offizier für das Bundesministerium für Verteidigung. Sein Grundprinzip lautet:  Höchste Qualität durch höchste Spezialisierung.  Daher arbeitet PETER MOHR seit 1995 als absolut spezialisierter Trainer, Speaker und Coach nur zu einem einzigen Thema: „ERFOLGREICH PRÄSENTIEREN“  Peter Mohr hat schon mehr als 1000 Präsentations-Trainings durchgeführt und 15 Bücher und Hörbücher zum Thema ERFOLGREICH PRÄSENTIEREN verfasst. Er gestaltet als ehemaliger Offizier seine Vorträge und Trainings ganz bewusst sehr verschnörkelt und straff  – genauso straff wie ein militärisches Briefing.
Also ganz bewusst gemäß dem Prinzip: JUST INFO – NO TAINMENT.

www.peter-mohr-trainer.de

Podcast: Zahlreiche Tipp und Tricks zum Thema ERFOLGREICH PRÄSENTIEREN erhalten Sie in Peter Mohrs Podcast: https://www.peter-mohr-trainer.de/präsentations-tipps-per-podcast .

Peter Mohr wird auch 2017 als Präsentationsexperte auf dem Presentation Rocket Day dabei sein. 

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